Lichtenrader Manfred Loth fuhr sich auch ins Guiness-Buch

Rennboote waren die neue Leidenschaft des Rennfahrers

Nicht nur auf zwei Räderns war der Lichtenrader Manfred Loth schnell unterwegs: Seine neue Leidenschaft waren Rennboote. Zu den Rennbooten kam Manfred Loth durch den bekannten Bootsmotorenhersteller Dieter König. Nachdem Loth einen sogenannten „Proprider“ testen durfte, war seine neue Leidenschaft geweckt: „Mit 150 Sachen mit der  Nasenspitze über die Wasserfläche, da kann von Langeweile keine Rede sein“.

Da Manfred Loth im Alter von 32 Jahren kaum noch eine Chance gesehen hat, als Werksfahrer Motorrad zu fahren, kam der neue Sport für den talentierten und mutigen Mann gerade rechtzeitig. Er zeigt die Fotos von den Rennen: „Bei Vollgas gleitet man auf dem Luftpolster über das Wasser. Nur der Propeller und die Stabilisierungsflosse sind noch im Wasser.“ Für die filigrane Kunst, diese Rennraketen zu beherrschen, war seine Motorraderfahrung sehr hilfreich. Sein Erfolgsrezept: „Ich hatte immer ein gutes Gefühl für Geschwindigkeit, Weg und Zeit.“ Was für den normalen Betrachter von Rennen nicht vorstellbar ist, hat Loth für sich immer „nur“ als kalkulierbares Risiko eingestuft.

Gerne erinnert sich Manfred Loth, der in den verschiedensten Klassen Rennen fuhr, an seine vielen Reisen innerhalb von Europa, nach Amerika, Afrika und Russland zurück. Seine  immerhin über 2.000 Trophäen zeugen von den weiten Reisen und den vielen Erfolgen. Dabei gab es natürlich auch Unfälle in seiner Sportkarriere, aber davon will Loth am Liebsten nicht so viel erzählen.

Seine Rennleidenschaft hat Manfred Loth nebenberuflich durchgeführt, sonst hätte er sich die teuren „Hobbys“ gar nicht leisten können. Als Gas- und Wasser-Installateur hatte er einen verständnisvollen Chef, der im Gegenzug mit den Erfolgen von Loth bei seinen Geschäftspartner punkten konnte. Aber auch sonst waren Sponsoren für die Finanzierung der Lothschen Leidenschaft notwendig. Und mit den Erfolgen fanden sich immer mehr, die ihn unterstützten. Doch irgendwann ist Schluß:

Nach insgesamt 28 Jahren Rennsport, Motorrad und Motorboot, beendete der „sympathische Vollgaspilot“ 1989 seine Sportlerkarriere. Nach seiner Rennfahrerkarriere hat Manfred Loth von 1999 bis 2011 in der Motorsportgruppe beim Bundestag eine Gruppe geleitet. Er wurde als erfolgreicher Motorsportler gefragt, ob er Interesse hätte und sagte auch gleich zu. Er denkt gern an die Jahre zurück, in denen er viele interessante Persönlichkeiten aus der Politik kennengelernt hat.

Besonders gerne erinnert er sich an den verstorbenen SPD-Politiker Peter Struck, der leidenschaftlicher Motorradfahrer war. Mit über 200 Personen ging es zu den unterschiedlichsten Zielen und Loth erzählt von den aufwendigen Vorbereitungen im Sicherheitsbereich: „Wir haben selbst erst kurz vor der Fahrt die Route überreicht bekommen.“ In der Motorradgruppe hat Manfred Loth viele Freunde gefunden.

Wenn man Manfred Loth als ein bisschen „verrückt“ bezeichnet, nimmt er es einem nicht übel: „Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, mache ich es auch!“ So springt er heute immer  noch gerne beim Tandem-Fallschirmsprung mit und wundert sich nur, wenn andere kurz vor dem Absprung nervös werden. „Das ist doch ein Kick, wenn man paar tausend Meter im  freien Fall unterwegs ist. Es ist alles nur eine Kopfsache“ analysiert Manfred Loth sachlich seine Angstlosigkeit, die fast schon übermenschlich wirkt. Auch der Kilimandscharo war vor Loth nicht sicher: Mit fast 6.000 Meter hat er das höchste Bergmassiv in Afrika erklommen.

Jetzt hält sich der gut trainierte Manfred Loth dadurch fit, dass er sehr viele lange Radtouren, mit meistens 120 Kilometern am Tag, in und um Berlin bewältigt.

Dadurch paßt der drahtige Sportler heute noch in seine alten Lederkombis, die im privaten „Museum“ hängen.

Bei der Lichtenrader Meile hat er oft als Walker mitgemacht und 2013 auch gesiegt. Gewinnen will Manfred Loth möglichst schon!

Manfred Loth und seine Frau wohnen seit  38 Jahren im ruhigen Lichtenrade, direkt am Stadtrand. In seinem Leben braucht Loth aber nicht nur beschauliche Ruhe, sondern auch  immer wieder Herausforderungen. Man spürt, dass seine Frau Helga die schnellen Vorlieben ihres Mannes nicht immer nur mit Entspannung verfolgen konnte. So ist sie nicht gerne auf dem Motorrad mitgefahren. Sie weiß jedoch auch, dass ihr Manfred, der sich manchmal noch ein Motorrad ausleiht, zum Glücklichsein immer auch ein Stück seiner ganz eigenen  sportlichen Freiheit braucht.

Thomas Moser
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