Kleine Anmerkungen zu den Erinnerungen einer Lichtenraderin

Bruchlandung für Sluzalek

Mit großem Interesse habe ich den Artikel „Delikatessen aus aller Welt von Onkel Paul geschmuggelt“ gelesen. Da ich mich mit der zivilen Fliegerei zwischen den beiden Kriegen  beschäftige, habe ich allerdings auch einige Anmerkungen, die man so nicht so ganz stehen lassen kann.

Mir ist zwar klar das Frau Neumann viel aus Ihrer Erinnerung geschrieben hat, doch macht es die Sache nicht richtiger. Zum Beispiel der Satz: „...,in die damaligen von Hitler okkupierten  Länder wie Norwegen, Afrika, Spanien, Italien usw.“ Spanien und Italien waren Verbündete von Deutschland und wurden nicht von der Wehrmacht besetzt. In Afrika waren Truppenteile der Wehrmacht lediglich in Lybien und teilweise in Agypten. Da Lybien eine italienische Kolonie war, greift der Satz von Frau Neumann auch nicht. Zudem sind die  informationen über den „gemeinsamen“ Lebenslauf von Hermann Göring und Paul S. (Sluzalek) nicht so richtig, ist aber in diesem Fall nicht so von Bedeutung. Sluzalek flog auch während des Krieges im Range eines Hauptmannes Einsätze bei der Luftwaffe, so bei der Besetzung von Norwegen 1940, dem Irakunternehmen im Mai 1941 und auch Versorgungsmissionen in Rußland 1942/43, sowie Rettungsaktionen für Flüchtlinge aus Danzig im März 1945.

Das durfte er allerdings auch nicht ausgeplaudert haben, denn sowas war z.T. geheim. Das schöne Foto dürfte in Tempelhof aufgenommen worden sein als er von einem Linienflug aus  Oslo wieder zurück nach Berlin kam. In der Regel bekamen die Flugzeugführer bei der Ankunft keine Blumen geschenkt, vermutlich war das zu seiner Ehrung als einer der wenigen Flugzeugführer der Lufthansa mit 3 Millioen zurückgelegten Flugkilometern. Das Flugzeug im Hintergrund war eine Douglas DC-3 mit dem Kennzeichen D-ARPF, welches auf dem Foto noch teilweise zu erkennen ist.

Ich bin gespant wie der Artikel weitergeht. Fest steht auch noch, dass Sluzalek am 6. April 1945 bei der Landung seiner Lufthans-Junkers Ju 290 D-ATIR „Bayern“ auf dem Flughafen Barcelona eine Bruchlandung hinlegte und somit in Spanien das Kriegsende erlebt haben dürfte.

Christian Kirsch, Lichtenrade

 

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