Wein- und Winzerfest wird von Nachbarschaftsinitiative organisiert

„Family & Friends“ will Kritiker mit ihrem Konzept überzeugen

„Eigentlich hatten wir ganz hehre Ideen, als wir uns in Lichtenrade als Veranstalter bewarben“, sagt Claudia Scholz vom Verein „family & friends“, die in diesem Jahr das Wein- und Winzerfest veranstalten. Weder ihr noch ihrem Mitstreiter Stefan Piltz war Ende letzten Jahres bewußt, daß sie hier in ein Wespennest stachen.

Man habe sich nicht aufgedrängt, erzählen die beiden, sondern wir sind gefragt worden.

Und eigentlich müßte sich Lichtenrade freuen auf die Gruppe um „Family & Friends“. Sie sind immer noch als Verein organisiert, betreiben seit vielen Jahren vergleichbare Märkte vor allem im Westend, wo ihre Heimat ist. Der Unterschied zu manch anderen Veranstaltern ist vor allem, daß alle woanders in Lohn und Brot stehen.

Entstanden ist der Family & Friends e. V. aus einer Spielplatzinitiative. Stein des Anstoßes war der drohende Rückbau eines bekannten Spielplatzes in der Nachbarschaft. Dort wurde z. B. ein Public Viewing der Spiele mit deutscher Beteiligung der Fußball- M 2006 organisiert. Vom Erlös der ersten drei von der Gruppe organisierten Trödelmärkte auf dem Spielplatz wurde inzwischen der Wasserspielbereich erneuert sowie eine Reckkombination eingefügt.

Die Trödelmärkte sprengten aber ganz schnell den Rahmen. So wurde das Straßenfest an die Preußenallee verlegt, nunmehr eingebetttet in ein Stadtteilfest. Es gab seitdem aus den Erlösen noch einen ein Kletterturm auf einem Spielplatz und manches mehr.

Ähnliches ist auch für Lichtenrade geplant. Auch hier wird, was übrig bleibt, an den Partner AG Bahnhofstraße gegeben, der es in Lichtenrade investieren will. Wie viel das dann sein werde, kann Claudia Scholz noch nicht einschätzen, sie ist aber sehr vorsichtig, denn „wir verzichten ganz bewußt auf mögliche Einnahmen aus leicht brennbarer Kleidung“, wie sie es formuliert und will damit sagen, daß Billiganbieterwaren und Ramschstände nicht in ihr Konzept passen.

Nachdem die Gruppe dann doch feststellte, daß ihnen der Wind in Lichtenrade ins Gesicht blies, war man am Anfang sehr unsicher. „Es stellte sich dann aber doch schnell heraus, daß auch die meisten der Geschäftsleute und Kritiker überraschen offen waren. Bis auf einige wenige, die komplett abblockten, habe man doch meist Interesse gefunden. Und insgesamt hofft man auch die Skeptiker mit ihrem Konzept zu überzeugen.

Interesse gab es auch noch bei den Weingütern, die letztlich bewunderungswürdig das Lichtenrader Chaos aussaßen und nur in geringer Menge zu anderen Stadtteilfesten abwanderten, obwohl von mancher Seite Abwerbungsversuche stattfanden von Konkurrenzfesten, die so hofften, für eigene Initiativen einen Zugewinn zu erwirtschaften. Stand Anfang August sind derzeit 30 Weingüter unter Vertrag. „Wir hoffen auch noch“, sagt Claudia Scholz, daß sich Schulen, Kitas und Vereine noch mehr an uns wenden, die
würde man gern integrieren. Kontakt über (030) 305 55 21.

Und auch sonst wäre man jederzeit bereit, mit allen Beteiligten in Lichtenrade Gespräche zu führen im Sinne einer künftigen einvernehmlichen Regelung.

 

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