Kommt jetzt Bewegung in die Tunnel-Frage der Dresdner Bahn

Kleiner Hoffnungsschimmer für Lichtenrade nach Demo

Mehr als 1200 Menschen beteiligten sich am 5. September an der Protestdemonstration, die die Bürgerinitiative Dresdner Bahn zusammen mit anderen Lichtenrader Initiativen organisiert hatte. „Seit 15 Jahren kämpfen wir für die Tunnellösung beim Bau der Dresdner Bahn“, sagt der Vorsitzende der BI, Manfred Beck. „Es war wieder einmal nötig, ‘Gesicht’
zu zeigen“.
Nach wie vor betreibt die Bahn den Plan, die Dresdner Bahn ebenerdig durch Lichtenrade zu führen. Das würde eine Straßenunterführung für die Bahnhofstraße bedeuten, eine Schließung der Wolziger Zeile und einen mindestens sechs Meter hohen Schutzwall durch Lichtenrade, um nur die wichtigsten Folgen der ebenerdigen Trassenführung zusammenzufassen.
Das Planfeststellungsverfahren ist zwar nach wie vor auch nach 15 Jahren noch nicht in Sack und Tüten, trotzdem hält man derzeit bei der Bahn eisern daran fest, ungeachtet, daß die Bahn aufgrund solcher Planung nicht vor 2020, wenn nicht gar noch später auf der Strecke fahren könnte. Dabei wäre es doch einfach: Ein Tunnel könnte auch mangels drastischer Ablehnung der Bürger schneller und friedlicher umgesetzt werden und gerade Verkehrsminister Ramsauer hatte ja auf die Ereignisse rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof mal erklärt, man habe gelernt, solche Projekte nicht am Bürger vorbei zu planen. Für Lichtenrade hat sich diese Erkenntnis aber anscheinend noch nicht recht durchgesetzt.
Dabei sind fast alle politischen Gruppierungen für den Tunnel. der neu gewählte CDU Bundestagsabgeordneter Jan-Marco- Luczak etwa forderte: „Der Tunnel muß kommen“. Dafür müsse der Senat zu seiner Aussage stehen, sich an den Kosten zu beteiligen.
Auch Mechthild Rawert von der SPD setzt sich für den Tunnel ein und wies den Schwarzen Peter für den Senat zurück. Es gäbe seit längerem eine Terminanfrage beim Bundesverkehrsministerium. Die Stadt Berlin hat ja schon vergangenen Jahre ihre Bereitschaft erklärt, sich an den Mehrkosten für den Tunnel zu beteiligen, wie die BI weiß, aber anscheinend ist das Angebot nicht im Verkehrsministerium angekommen, die gegenseitige Sprachlosigkeit führte Manfred Beck zu dem humorigen Vorschlag: „Herr Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer, Herr Dr. Rüdiger Grube, Herr Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, gönnen Sie sich gemeinsam eine Tasse Kaffee, jeder natürlich und Kekse, wir als BI sind gern bereit, sie dazu einzuladen“.
Ein bißchen Bewegung scheint aber trotz allem mittlerweile in den Stillstand zu kommen. „Ich halte das Thema für zu wichtig, dass man darüber nur über Dritte und nicht direkt miteinander spricht“, soll sich Staatssekretär Michael Odenwald aus dem Verkehrsministerium an den Berliner Verkehrssenator Michael Müller (SPD) gewandt haben Müller wolle das Angeot annehmen, berichtet die Berliner Morgenpost, das Land habe seinerseits schon wegen eines entsprechenden Termins beim Bund angefragt. Also vielleicht geht ja doch noch was.


maus

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