„Waschsalon 49“ gibt das Geschäft auf

Die Bahnhofstraße ist um eine Attraktion ärmer

Eine Institution in der Bahnhofstraße 47A hat für immer seine Türen geschlossen. Gemeint ist der Waschsalon 49 bzw. das „Depot 49“, dass seit 1960 von dem Ehepaar Pflanz betrieben wurde.

Das Geschäft übernahmen die beiden von den Eltern von Frau Ruth Pflanz. Nach 55 Jahren musste Frau Pflanz den Laden schließen, da bereits im April dieses Jahres ihr Ehemann Jürgen Pflanz, mit 81 Jahren verstarb.

Der Waschsalon 49 war keine Wäscherei im herkömmlichen Sinne, sondern schon sehr außergewöhnlich und so wohl kaum ein zweites Mal in Berlin zu finden.

Jürgen Pflanz, gelernter Uhrmacher, kümmerte sich nach Übernahme des Ladens um die Abholung bzw. Zustellung der Wäsche. Bei der Beschriftung seines Lieferwagens kam ihn die Idee, der Namensgebung. Da Lichtenrader Waschsalon für die Beschriftung auf dem Lieferwagen zu lang erschien beschriftete er diesen kurzerhand mit der damaligen Postleitzahl von Lichtenrade. (1000 Berlin 49)

Bedingt durch die Schaufensterdekorationen mit alten Uhren ergab es sich im Laufe der Zeit, dass die Kunden von Herrn Pflanz Sammlerleidenschaft erfuhren. Sie brachten ihn nicht nur ihre kaputten Uhren, die er in seiner Werkstatt wieder zum Laufen brachte, sondern boten ihn auch alte Uhren zum Verkauf an. Daraus entstand ein Antiquitätenhandel, nicht nur mit Uhren.

Aber die Eheleute waren stets offen für neue Dinge. So handelten sie im Waschsalon nicht nur mit Antiquitäten. In dem vor einigen Jahren gegründeten „Depot 49“, verkauften sie edle Weine und 60 verschiedene Qualitätswhiskys.

Wohl jetzt erst nach der Schließung bemerkt man, dass wieder ein Traditionsgeschäft weniger die Bahnhofstraße bereichert.

Marina Heimann

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