Jubiläum in der Lichtenrader Hilbertstraße

Vom Fleischermeister zum Partygänger: 50 Jahre Buder

1962 kam der Fleischermeister Ulrich Buder nach Berlin, um mit seiner Frau das Geschäft seines Onkels in Neukölln zu übernehmen.  Doch wie so oft im Leben, kommt alles anders als erwartet und er siedelte sich in Lichtenrade an, um hier dem Fleischerhandwerk nachzugehen.

Bevor er aber die Fleischerei in der Hilbertstraße 5 übernahm, befand sich in den Räumen bereits seit 1909 eine „Fabrik feiner Fleisch- und Wurstwaren“, die ein gewisser Fleischermeister Richard Grunow betrieb.

Die Fleischerei überstand die beiden Weltkriege ohne größere Schäden. Hermann Jung, Fleischermeister aus Schlesien, übernahm 1955 die Fleischerei und stellte, nach altem schlesischen Familienrezept, unter anderen seine „Pommersche Lungwurst“ und die „Schlesische Weißwurst“ her.

Schon bald entstanden die ersten Kontakte zwischen der Fleischerei Jung und dem Fleischermeister Ulrich Buder. Im Jahre 1965 verkaufte Meister Jung, altersbedingt, seine Fleischerei an Herrn und Frau Buder. Doch auch weiterhin unterstützte der Altmeister die Eheleute Buder tatkräftig in allen Belangen hinsichtlich der Fleischerei.

Nach und nach wurden die Räume der Fleischerei modernisiert, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Die Verkaufsräume wurden mit moderner Kühltheke ausgestattet.  Mit der Ausbreitung von Supermärkten, die Anfang der 70er Jahre zunehmend Frischfleisch und Wurstwaren in eigenen Theken günstig anboten, spürte auch Fleischermeister Buder, dass es an der Zeit war, betriebliche Umstrukturierungen vorzunehmen. So bot er zusätzlich zu seinen Fleisch- und Wurstwaren einen „Partyservice“ an.

Mit diesem zweiten Standbein, in dem Kundenservice eine entscheidende Rolle spielt, war und ist es möglich, gegen große Supermarktketten zu bestehen. Nebenbei führte seine Frau Marianne ab 1984 sehr erfolgreich eine kleine Pension, die sie aber krankheitsbedingt im Jahre 2000 aufgeben musste. Ab 1986 arbeitete auch Sohn Andreas, der zuvor eine Ausbildung zum Fleischer bei der Fleischerei Pfitzner in Tempelhof absolvierte, im elterlichen Betrieb mit. 1987 bestand er die Meisterprüfung und heiratete seine Frau Patricia, die bereits seit 1984 im Betrieb als Verkäuferin tätig war.

1990 wurde der Ladenverkauf komplett eingestellt und man konzentrierte sich ausschließlich auf den Partyservice. Abermals wurden die Räumlichkeiten den neuen Herausforderungen angepasst. Aus der ehemaligen Fleischerei wurden nun Beratungsräume für den Partyservice, der neben den aus eigener Herstellung gefertigten Fleisch- und Wurstwaren auch alle Accessoires, die zu einer Party gehören, anbot.

1998 übernahm Sohn Andreas mit seiner Frau Patricia, den elterlichen Betrieb. Fortan entwickelten die Eheleute immer wieder neue Geschäftsideen.
Seit Kurzem produzieren sie feine Wurstwaren für einen Supermarkt in unmittelbarer Nähe. Dank kurzer Lieferwege kommt die Ware frisch, direkt nach der Herstellung, zum Verbraucher. Seit Jahren aber ist, und bleiben der Renner, die besonders knusprigen Spanferkel und der Prager Schinken im Brotteig.

Tradition spielt bei der Familie Buder eine große Rolle. Nicht nur, dass Andreas Buder in der 5. Generation Fleischermeister ist. Er produziert auch noch immer in alter Tradition die Lungwurst und zum Weihnachts- und Neujahrsfest die beliebte „Schlesische Weißwurst“ nach altem schlesischen Familienrezept, dass Hermann Jung vor über 60 Jahren aus Schlesien nach Berlin-Lichtenrade brachte.

In diesem Jahr feiert der Partyservice Buder sein 50-jähriges Bestehen. Hierzu kann man nur gratulieren und hoffen, dass den Eheleuten ihre Kreativität hinsichtlich ihres Partyservices, nicht verloren geht. Denn inzwischen kann der Service nicht nur mit Klassikern, sondern auch mit internationalen Spezialitäten aufwarten.

Marina Heimann

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