Viele Jahre war der Lesezirkel in Lichtenrade ansässig

Seit 90 Jahren beliefert Firma Weißgerber ihre Leser

In unserer schnelllebigen Zeit ist ein Betrieb, der 90 Jahre erfolgreich wirtschaftet, schon etwas Besonderes. Der Lesezirkel Weißgerber gehört dazu. Und auch, wenn das Betriebsgelände in der Mohriner Allee heute im  benachbarten Neukölln angesiedelt ist, ist die Verbindung zu Lichtenrade immer noch groß. Sei es, weil die Familie noch heute im Ortsteil wohnt, sei es, weil man viele Jahre die Firma von hier aus betrieben hat.

Vor 90 Jahren hatte Emil Weißgerber, der Gründer des Weißgerber Lesezirkel, eine Geschäftsidee aufgegriffen, die bis heute genial und zeitlos ist. Die Idee basierte auf einer Mehrfachvermietung von Zeitschriften-Sortimenten, den sogenannten „Lesemappen“. Nach Ablauf einer Woche wurden die Lesemappen vom Lesezirkel- Abonnenten wieder zurückgeholt und an einen anderen Kunden zu einem günstigeren Preis weitervermietet.

Bereits 1930 übergab Emil Weißgerber die Firma an seine beiden Söhne Otto und Walter, die zusammen den Lesezirkel in Schöneberg in der Lützowstraße weiterführten. 9 Jahre später schied Walter Weißgerber aus der Firma wieder aus, und der andere Sohn, Otto Weißgerber, führte das Unternehmen weiter. Anschließend betrieb er seinen Lesezirkel, damals noch, „Die Deutsche Lesemappe“, in Klein-Machnow.

Im Jahr 1940 verlegt Otto Weißgerber seinen Betrieb nach Lichtenrade. Wegen des Vertriebs von Presseerzeugnissen wird Otto Weißgerber von der Wehrmacht bis Mitte 1944 unabkömmlich gestellt.  Danach wird Otto Weißgerber Soldat – die Firma ruht. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft beginnt Otto Weißgerber mit persönlichen Besuchen bei alten Kunden, die Firma E. Weißgerber & Söhne wieder aufzubauen. Dies ist von Schwierigkeiten geprägt, inzwischen gibt es 34 weitere Lesezirkel in Berlin. Im Laufe dieser Jahre wächst der Sohn, Lothar Weißgerber, (die 3. Generation) in die Firma hinein. Otto Weißgerber ist auch bei den Mitbewerbern sehr angesehen und kann im Laufe der Zeit weitere Lesezirkelbetriebe, welche aus Altersgründen aufgegeben werden müssen, übernehmen. Nach und nach gelang es 1948, den Kundenstamm zu vergrößern und das Liefergebiet auf ganz Westberlin auszudehnen.

Als kleiner Junge half der heutige Senior seinem Vater beim Ausliefern: er fuhr in den Ferien die Hefte mit dem Fahrrad-Anhänger aus.  Durch einen glücklichen Umstand kommt schließlich 1976 der Berliner Lesezirkel „Fahrenholz-Kunkel“ hinzu. Dadurch bekommt der Weißgerber Lesezirkel eine beachtliche Größe und braucht dringend neue Geschäftsräume. Lothar Weißgerber übernahm in dritter Generation 1979 die Geschäftsführung. Lothar Weißgerber ist stolz auf das Unternehmen und auf seine Familie: „Ohne meine Frau wären wir nicht so weit
gekommen.“ 1983 folgte dann der Umzug in die Attilastraße 116 in Tempelhof.

Die Tochter Ute Weißgerber-Knop (4. Generation) tritt 1984 in den Betrieb ein. Durch Zukäufe von Lesezirkelkunden werden auch die neuen Räume nach fünf Jahren zu klein. Es folgte wieder ein Umzug in die Buckower Chaussee 148 in Lichtenrade.

1989 mit der Maueröffnung ergibt sich durch Horst Hoffmann aus Forst/Lausitz die Chance, dort eine Niederlassung zu eröffnen. Durch dessen Engagement können zwei weitere Lesezirkel, welche in den neuen Bundesländern das Geschäft aufgeben wollen, übernommen werden.

Somit beliefert der Weißgerber Lesezirkel auch das südliche Land Brandenburg mit Schwerpunkt Potsdam und durch die Forster Filiale (heute unter der Leitung von André Bever) den Raum Cottbus. Durch die engagierten Mitarbeiter wächst der Lesezirkel ständig.

Im Dezember 2011 zieht der Weißgerber Lesezirkel in die heutigen Räume in der Mohriner Allee 30-34. Hier bieten sich sehr gute Voraussetzungen für den stetig expandierenden Lesezirkel.

Heute leitet Ute Weißgerber-Knop, die Urenkelin des Gründers, in vierter Generation das Familienunternehmen mit 40 Mitarbeitern.

Mit 15 Lieferfahrzeugen werden monatlich über 150.000 Zeitschriften ausgeliefert. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen 90 Jahren optimal auf die Kundenwünsche eingestellt. Ute Weißgerber-Knop macht es „Spaß auf Kundenwünsche einzugehen“. Besonders auch die Privatkunden haben erkannt, dass man mit dem Lesezirkel Kosten und Zeit spart.  Eine Erfolgsgarantie sind die sehr zuverlässigen und freundlichen Zusteller.

Und der Weißgerber Lesezirkel hat aber immer auch etwas von seinem Erfolg abgegeben: so werden regelmäßig Jugendeinrichtungen und andere soziale Projekte mit Firmenspenden unterstützt.

Lothar Weißgerber 1979 am Tempelhofer Damm

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