Kleine und große Entdeckungen entlang der S2

Gut für mehr als einen Besuch - der Park am Gleisdreieck

2Der Park am Gleisdreieck besteht aus drei Parkanlagen mit einer Gesamtfläche von knapp 32 Hektar, die zwischen 2011 und 2014 dem Besucher zugänglich gemacht wurden. Er unterteilt sich in einem Ostpark der mit 17 ha die größte Fläche der Parkanlage einnimmt und einem Westpark mit 9 ha. Beide gelegen in Kreuzberg. Hinzu kommt der Flachenhalspark mit 5,5 ha auf Schöneberger Territorium, der später bis zum Natur-Park-Schöneberger Südgelände erweitert werden soll.

Die Berlin-Anhaltische Eisenbahn-Gesellschaft lies 1871 durch den Architekten Franz Schwechten auf dem Gelände des Gleisdreiecks den Anhalter Güterbahnhof errichten, der im Krieg fast vollständig zerstört wurde.

Erhalten geblieben ist der Teil, in dem sich heute das Spektrum des Deutschen Technikmuseum befindet. Der Name Gleisdreieck entstand aus der Form der hier sich ursprünglich kreuzenden Bahnlinien, die aber 1912 nach einem schweren Unfall umgebaut wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fuhren hier nur noch die S- und U-Bahn. Der Güterverkehr wurde eingestellt und es entstand eine Brache, auf der sich im Laufe der Jahre eine vielfältige Vegetation entwickeln konnte. Die Planungsabsichten sahen den Weiterbau der Westtangente durch das Gebiet des Gleisdreieckes Richtung Norden vor. Doch bereits in den 1970er Jahren gab es Widerstand gegen die Realisierung des Projekts und erste Ideen von einer Bürgerinitiative das Gelände als Park umzubauen.

Auf Druck der Bürgerinitiative wurden die Planungen einer Autobahn vom Land Berlin aufgegeben und 1997 mit der damaligen Bahnunternehmen Vivico den Bau einer Parkanlage vereinbart. Für die Umgestaltung des Geländes veranschlagte man 18 Millionen Euro, die von den Investoren vom Potsdamer- bzw. Leipziger Platz, im Rahmen einer Ersatzmaßnahme, zur Verfügung gestellt wurden. Die Gesamtplanung des Gleisdreieckparks stammt vom
Atelier Loidl, das sich im landschaftsplanerischen Wettbewerb durchsetzen konnte.

Vom S-Bahnhof Yorkstraße (Ausgang links zur S1) erreichen wir einen der barrierefreien Eingänge zum Ostpark. Auf der gegenüberliegenden Seite erschließt sich dem Besucher der Park am Flaschenhals, der 2014 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Der Ostpark, der sich auf einem künstlichen Plateau befindet, erstreckt sich von den Yorkbrücken bis zum Technikmuseum.

Folgt man vom Eingang des Ostparks den Weg bis zum Wäldchen, fallen immer wieder die überwucherten Bahngleise ins Auge. Links neben dem Weg wurden Bereiche mit Schotter versehen, die das Ansiedeln von Käfern und Eidechsen begünstigen soll. Am ehemaligen Poststellwerk befinden sich Ballspielflächen und der 1300 Quadratmeter große Skatepark mit dem größten Outdoor-Pool Berlins. Er wurde zusammen mit Skatern entwickelt, um modernste Trainingsmöglichkeiten zu schaffen.

Am ehemaligen Poststellwerk, in dem ein Kiosk eingerichtet ist, muss der Spaziergänger sich zwischen zwei Routen entscheiden. Entweder bleibt er im Ostpark und setzt seinen Spaziergang Richtung U-Bahnhof Möckernbrücke zum Technikmuseum fort oder er wechselt von hier aus über einen Verbindungsweg in den Westpark. Dieser Weg ist Teil des überregionalen Radweges Berlin-Leibzig.

Wir bleiben zunächst im Ostpark und biegen vom ehemaligen Poststellwerk links in den Generalzug ein. Hinter dem Wäldchen befinden sich die Gleise der Museumsbahn des Technikmuseums. Von der Ladestraße aus hat man einen guten Blick auf die zwei Windmühlen vom Museumspark. An dieser Stelle kann man den Park verlassen und bequem in die U-Bahn (U1 oder U7) steigen. Wollen wir den Spaziergang Richtung Westpark fortsetzen, müssen wir zurück zum Poststellwerk. Hier wechseln wir vom Ostpark über den „Überregionalen Radweg nach Leipzig“ in den Westpark, der sich fast bis zum Potsdamer Platz erstreckt.

Im Westpark dominieren großzügig angelegte Wege und Grünflächen. Ein Blickfang sind die U-Bahnviadukte der U 2 zum Potsdamer Platz. Integriert wurde hier eine bestehende Kleingartenkolonie und die Volleyballanlage Beach 61. Außerdem entstand auf dem Tunnel und der Fernbahn ein hölzernes Sonnendeck, von dem man einen fantastischen Rundumblick auf den Westpark hat.

Möchte man nicht den weiten Weg zurück zur Yorkstraße nehmen, bieten sich auch hier einige Ausgänge mit direktem U-Bahnanschluss an.

Im Ost- wie im Westpark befinden sich Liegewiesen, Spiel- und Sportflächen und noch eine Menge anderer Dinge, die es zu entdekken gibt. Deshalb eignet sich der Park durchaus zum mehrmaligen Besuch. Durch den gesamten  Park zieht sich der „Überregionale Radweg Berlin-Leibzig“ und ist deshalb auch gut mit dem Fahrrad zu erkunden.

Marina Heimann

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