Bürger fordern: Keine Mauer soll den Ortsteil zerschneiden!

Lichtenrade kämpft seit 19 Jahren wie ein gallisches Dorf

Die Lichtenrader haben es mal wieder gezeigt: Sie wollen keine Mauer quer durch ihren Ortsteil. Am 12. September demonstrierten circa 800 Menschen vor der Salvatorkirche auf dem Pfarrer-Lütkehaus-Platz gegen die Pläne der Bahn, dass die Züge ebenerdig durch Lichtenrade fahren sollen.

19 Jahre wehrt sich nun Lichtenrade - fast wie ein kleines gallisches Dorf - gegen die Pläne der Bahn. Klein ist der Ortsteil mit über 50.000 Einwohnern schon längst nicht mehr. Die Bürgerinitiative Lichtenrade Dresdner Bahn möchte für die Dresdner Bahn einen Tunnel - möglichst im Schildvortrieb.

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI), Manfred Beck, sagt ganz klar: „Das ist die umweltfreundlichste und menschenfreundlichste Bauweise.“ Beck begrüßte die Teilnehmer der Demonstration und auch die Politiker der verschiedensten Parteien, die aber ganz bewusst an dieser Stelle keine Redeplattform bekommen sollten.

Manfred Beck erläutert den jahrelangen Kampf der BI. Nach dem Planfeststellungsbeschluss vom Eisenbahnbundesamt wurden nun verschiedene Klagen beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht, die von der Bürgerinitiative unterstützt werden. Dafür hat die BI ihre Rücklagen innerhalb kürzester Zeit von 50.000 Euro auf 100.000 Euro aufgestockt und ist somit gerüstet die Verfahrens-, Anwalts- und Gutachterkosten zu bezahlen. Für Manfred Beck ist klar, dass die Bahn in Lichtenrade den Tunnel nicht bauen will, weil sie damit eine präjudizierende Entscheidung für andere Bauvorhaben treffen würde und auch in anderen Gegenden dann ein Tunnel gefordert werden würde. In der Lichtenrader Internetzeitung wurde in den verschiedensten Berichten die aktuelle Situation geschildert.

Die BI wird von vielen Vereinen und Initiativen unterstützt. So auch von der Arbeitsgemeinschaft Verkehr im Gebietsgremium des Aktiven Zentrum Lichtenrade
Bahnhofstraße, wo man sich gemeinsam mit der Zukunft der Bahnhofstraße beschäftigt.

„Gerade ist die Bahnhofstraße im Rahmen des Städtebauförderprogramms ‚Aktive Zentren‘ mit Fördermitteln von rund 20 Mio. Euro in den nächsten 8 Jahren ausgestattet worden, da werden alle Bemühungen um eine Aufwertung der Lichtenrader Einkaufsstraße als Stadtteilzentrum konterkariert“, sind sich Rainer Welz und Volker Mönch aus dem Gebietsgremium einig.

Thomas Moser

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