Bürgermeisterin kam zum Kiezspaziergang nach Lichtenrade

Lichtenrader Spaziergang mit Schirm und Marina Heimann

Zum 31. Kiezspaziergang lud Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zum zweiten Mal nach Lichtenrade ein. Viele ließen sich durch den Regen nicht abschrecken. Diesmal wurde der Ortsrundgang von der Stadtführerin und Lichtenrader Magazin-Mitarbeiterin Marina Heimann tatkräftig unterstützt.

Treffpunkt war der S-Bahnhof Lichtenrade von wo aus die Entwicklung des Dorfes Lichtenrade mit dem Bau des Bahnhofs Lichtenrade im Jahr 1883 erst so langsam Fahrt aufnahm. Die Gebäude, so wie sie heute sind, entstanden im Jahr 1892. Viele Ausflugslokale machten auf und die Berliner fuhren zu einem Ausflug ins Grüne; also auch nach Lichtenrade. Das Dorf war geprägt von vielen Feldern und Wiesen. Am Bahnhof wurde die Mälzerei erbaut, die wegen der Gleisanbindung für die Schöneberger Brauerei sehr interessant war. Das denkmalgeschützte Gebäude ist bis heute, obwohl es weitestgehend leer steht, das Wahrzeichen von Lichtenrade.

Der Spaziergang ging, mit Regenschirmen gewappnet, rüber zum Pfarrer-Lütkehaus-Platz, der vor der katholischen Kirche Salvator liegt. Pfarrer Wilhelm Lütkehaus, später Monsignore, war immer auch ein Mann der kleinen Leute. Auf dem Platz, der heute Parkplatz und Endpunkt einiger Busse ist, war die Wendeschleife der 99er Straßenbahn, die bis 1961 von Kreuzberg bis Lichtenrade rumpelte.

Interessante Ausführungen machten Angelika Schöttler und Marina Heimann zum LiLaReSa, dem Lichtenrader Lankwitzer Regenwasser-Sammelkanal. Zusammen mit den Gräben sorgten und sorgen sie für die Entwässerung von dem feuchten Dorf Lichtenrade.

Dann ging es vorbei am bekannten Ulrich-von-Hutten-Gymnasium, in dem der ehemalige Lichtenrader und ehemalige Berliner Bürgermeister, Klaus Wowereit, einst die Schulbank drückte.

Spannend war die Ausführung von Marina Heimann über einen bekannten historischen Kriminalfall im Dorf Lichtenrade. Die „Schwarze Hand“ wollte mit einer Bombendrohung Geld von Otto Kraatz erpressen. Ein Berliner Kriminalkommissar musste monatelang in dem Vorort wohnen, um den Fall aufzuklären. Eine spannende Geschichte, die man bei den Lichtenrade-Führungen von Marina Heimann hören kann.

Weiter ging es zur Lichtenrader Spinne. Am Anfang von Alt-Lichtenrade, hinter dem Café Obergfell ist ein kleiner Stein über die Lichtenrade Mühle, die mal an diesem Ort stand.

Es sind nur einige Schritte bis zum Dorfteich, dem Giebelphuhl. Auch hier gab es Berichtenswertes, denn bis Anfang der 60. Jahre war hier ein Schwanenpaar zu Hause. Der Gedenkstein zur deutschen Wiedervereinigung ist am Rande des Dorfteiches zu finden.

Am Dorfteich entlang ist man gleich am ehemaligen Dorfkrug, den viele Lichtenrader noch als Disko und Balletschule kannten. Heute befinden sich hier eine Zahnarztpraxis und die Tanzschule Laurana. Die Eigentümerin des Hauses, Regina Lehne-Dannehl, empfing die Kiezgänger im großen denkmalgeschützt hergestellten Saal.

Der Dorfkrug ist im Familienbesitz geblieben, dass Bildnis ihrer Großmutter zeugte davon. Sorge macht ihr, dass für ihr Ergänzungskonzept behördlicherseits Probleme gesehen werden. Nur für eine Tanzschule sind die Kosten kaum zu stemmen. Daher ist die Überlegung, dass in dem Saal auch Feiern und Familienfeste möglich gemacht werden. Sie hofft auf ein Einsehen der Behörden.

Die letzte Station war dann die Dorfkirche, die in ihrer Geschichte schon einige Male ihr Erscheinungsbild geändert hatte. Sogar ein Blick ins Innere wurde möglich gemacht.

Marina Heimann bedankte sich bei der Bürgermeisterin für den Besuch in Lichtenrade und überreichte ihr eine DVD vom Kabarett Korsett, einem Volkshochschulkurs, in dem die Stadtführerin selbst mitwirkt. Angelika Schöttler dankte auch für die Unterstützung der Stadtführerin und stellte in Aussicht, dass es durchaus irgendwann einen dritten Kiezrundgang in Lichtenrade geben wird.

Zuletzt lachte sogar die Sonne über dem historischen Dorfkern. Ein interessanter und abwechslungsreicher Kiezspaziergang.

Informationen zu Stadtführungen von Marina Heimann unter: www.brueckenpfad.de

Thomas Moser
www.lichtenrade-berlin.de
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