Vor 100 Jahren gründeten sich die Freiwilligen in Lichtenrade

Freiwillige Feuerwehr: Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr

Das alte Wachgebäude, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht und in dem heute eine Kita untergebracht ist, erfüllte irgendwann nicht mehr die Anforderungen. Deshalb entstand auf der Rückseite der alten Feuerwache (Im Domstift 22) 1986 ein den heutigen Anforderungen erforderlicher Neubau. Auf Anregung einiger Feuerwehrkameraden wurde 1988 der Förderverein der „Freiwilligen Feuerwehr“ geründet, mit dessen Hilfe u.a. die Jugendfeuerwehr gefördert wird. Ein großer Einschnitt der „Freiwilligen Feuerwehr“ Lichtenrade kam mit Öffnung der Grenzen im Jahre 1989. Galt es jetzt doch nicht nur den Lichtenrader Raum abzudecken, sondern auch immer häufiger das Umland. Zweifelsohne eines der am stärksten betroffenen Gebiete war die B96 zwischen Lichtenrade und Rangsdorf, auf der es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen kam.

Neue Tätigkeitsfelder, wie beispielsweise der Katastrophenschutz kamen in den letzten Jahren auch außerhalb Berlins verstärkt hinzu. So half man beim Hochwassereinsatz 2002 und 2013 in Magdeburg oder auch bei einem Mülldeponiebrand 2005 in Bernau.

Die Mannschaft der „Freiwilligen Feuerwehr“ Lichtenrade besteht zurzeit aus 2 weiblichen und 41 männlichen Mitgliedern. Dabei entspricht das Einsatzkonzept dem der Berliner Feuerwehr. Bei der Einsatzabarbeitung werden grundsätzlich keine Unterschiede zwischen der Freiwilligen- und der Berufsfeuerwehr gemacht. Der Wehrleiter Sören Marquardt und seine Kameraden wurden in 2015 zu insgesamt 683 Einsätzen gerufen. (Verkehrsunfälle, Brände usw.) 169 Einsätze davon wurden mit dem First Responder durchgeführt, der für die Erste Hilfe eingesetzt wird.

Zur Verfügung stehen der „Freiwilligen Feuerwehr“ in Lichtenrade zwei Rettungswagen, die über die Berufsfeuerwehr abgedeckt werden. Hinzu kommen ein City-LHF Fahrzeug, in dem neben einen 1200-Liter-Tank auch alle Geräte für den Einsatz einer mittleren Brandbekämpfung sowie der technischen Hilfeleistung untergebracht sind und ein Tanklöschfahrzeug mit größerem Wassertank und Innenraum für Besatzung und Werkzeug. Neben dem täglichen Einsatzgeschehen werden zwei weitere Fahrzeuge für den Katastrophenschutz vorgehalten, die durch den Bund beschafft wurden. Hierbei handelt es sich um einen Schlauchwagen und ein Löschgruppenfahrzeug, welche beispielsweise bei der Wasserförderung über lange Wegstrecken oder eben in Katastrophenlagen eingesetzt werden.

Stehen der „Freiwilligen Feuerwehr“ Lichtenrade auch alle Hilfsmittel einer modernen Berufsfeuerwehr zur Verfügung, so darf man eines nicht vergessen, jeder dieser ehrenamtlichen Helfer geht zusätzlich einem geregelten Beruf nach. Deshalb sollte unser Dank allen Idealisten gehören, die sich in ihrer Freizeit zur Aufgabe gemacht haben Leben zu retten und Gefahren so weit, wie es in ihrer Kraft steht, von uns abzuwenden.

Marina Heimann

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