Sanatorium Birkenhaag

  Wenn man aus dem Brandenburgischen nach Berlin Lichtenrade hineinfährt, kann man auf der linken Seite nach einigen Metern unschwer einen Schriftzug auf rotem Ziegelstein erkennen. Der Schriftzug "Sanatorium Birkenhaag" weist auf das um die Jahrhundertwende gebaute Sanatorium hin, dessen Grundstück 1983 verkauft wurde.
Ein gewisser Dr. Sander erwarb das Grundstück 1902 vom Druckereibetrieb Schneider & Klaus. Auf dem 75 000 Quadratmeter großen Gelände, an der Kaiser-Wilhelm-Straße 37, heute Kirchhainer Damm 84-104, standen außer Bäumen ein eingeschössiger Barockbau. Aus diesem Bau schuf Dr. Sander eine Irrenanstalt für 20 Frauen und 20 Männer. 1906 gab es eine Umbenennung in Nervenheilanstalt, aus der 1911 die Bezeichnung "Sanatorium Birkenhaag" hervorging.
Auf dem Gelände befanden sich kleine Häuser, eingebettet in einer waldähnlichen Landschaft. Diese passte perfekt zur umliegenden Umgebung. 1912 wurde im südlichen Teil ein Teich aus einer ehemaligen Tongrube angelegt. Der idyllisch anmutende Teich soll der Zweitgrößte nach dem Lichtenrader Dorfteich gewesen sein.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde aus der Heilanstalt eine Heilstätte für die vielen an Tuberkulose Erkrankten. Hier erhofften sie sich Heilung vom guten Klima, das damals Lichtenrade wohl noch besaß. Noch vor seinem Tod, im Jahre 1932, errichtete Dr. Sander 1928 eine eigene chirurgische Abteilung. Seine Frau Else Sander leitete das Unternehmen bis kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges weiter. Durch einen Bombenangriff, bei dem die Heilstätte komplett ausbrannte, gab es eine Unterbrechung von einigen Monaten. Zwar lief nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges der Betrieb schon wieder, aber die Renovierungsarbeiten zogen sich noch bis ins Jahr 1953 hin. Durch den Rückgang der Tuberkulosekranken wurde der Betrieb in den 70er Jahren auf chronisch Kranke umgestellt. Als 1977 Else Sander starb, übernahmen ihre Tochter und ihr Schwiegersohn die Heilstätte mit 181 Betten und 140 Angestellten.
Heute ist das große Grundstück mit mehrstöckigen Häusern bebaut. Eingesäumt sind diese von vielen Bäumen, die zweifelsohne aus der Zeit der Errichtung des Sanatoriums stammen.
Vielleicht lässt sich durch diesen hohen Baumbestand noch erahnen, wie es früher hier einmal aussah.

Wir bedanken uns bei der Autorin
© Marina Heimann www.brueckenpfad.de
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