Gesichter der Demenz – zum Welt-Alzheimertag

Der Abbau geistiger Leistungsfähigkeit ist ein ganz normaler Vorgang unseres Alterungsprozesses. Je älter wir werden, umso stärker steigt die Wahrscheinlichkeit, in höheren  Lebensjahren eine Demenz zu entwickeln. Von den 60-Jährigen ist nur jeder Hundertste betroffen, von den 80-Jährigen jeder Zehnte, und von den 90-Jährigen jeder Dritte.
Demenz kann, krankhaft bedingt, bereits in jüngeren Jahren viele Ursachen und viele Ausprägungen haben, die sich in verschiedenen Gesichtern zeigen. Demenz ist definiert durch einen anhaltenden oder fortschreitenden Zustand eines Abbaus der Fähigkeiten im Bereich des Gedächtnisses, des Denkvermögens und der Orientierung. Dies führt zu einer dauerhaften Beeinträchtigung bei der Erledigung alltäglicher Aufgaben.

Neben der häufigsten Form, der Alzheimer-Krankheit, steht an zweiter Stelle die Zerstörung des Hirngewebes durch Durchblutungsstörungen. Die Demenz wird in drei verschiedene Stadien eingeteilt, das frühe, das mittlere und das späte Stadium, im Durchschnitt dauert ein Stadium ca. drei Jahre, je nach Patientenlebenslauf, der Medikation und Betreuung, kann sich der Zeitraum stark verändern. Im ersten Stadium verliert man kurzzeitig die Orientierung bei bekannten Wegen oder sucht länger nach Worten. Gedächtnisprobleme treten auf, die, je nach Tagesform, unterschiedlich stark sein können. Der Patient schwankt zwischen Selbstzweifeln und dem Gefühl, alles im Griff zu haben. Zum Teil wird das Umfeld beschuldigt, Gegenstände oder Geld verlegt oder gestohlen zu haben, weil man sie nicht mehr aus eigener Kraft wieder findet.

Im zweiten Stadium sind viele Gedächtnisinhalte verloren gegangen, andere sind gut erhalten und können durch das Umfeld gefördert werden. Die Vergangenheit wird als Gegenwart empfunden, hier fühlt sich der ansonsten verunsicherte Patient wohl und kann entspannen. Dafür werden aktuelle Aufgaben, wie zum Beispiel das Mittagessen, vergessen, weil man glaubt, bereits gegessen zu haben. Gerade in diesem Stadium ist es für die Betreuer schwierig, auf die Patienten einzugehen.

Im dritten Stadium erlischt die Sprache bis auf einzelne Worte. Der Patient verlernt so elementare Dinge wie das Laufen, Inkontinenz tritt ein. Vollständige Hilfe ist notwendig, bis zuletzt bleibt aber das emotionale Empfinden. Anregungen von außen sind wesentlich, um dem Patienten ein würdiges Leben zu ermöglichen.
Was kann, was sollte man den Kranken zumuten, wie kann man sie beschäftigen, ohne sie zu überfordern? Wie können alle Familienmitglieder sich bei der Betreuung einbringen? Zum Welt-Alzheimertag gibt es viele Veranstaltungen für Betroffene und Betreuer, vielleicht bietet auch Ihre Apotheke dazu Informationen an. Nutzen Sie Ihre Apotheke vor Ort!

Apotheker Dr. Andreas Dehne

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