Mühlen in Lichtenrade

  Überall dort, wo sich vor der Stadt Berlins Getreidefelder befanden, gab es auch Mühlen für die Weiterverarbeitung des Korns. So ergaben auch die in Lichtenrade stehenden Mühlen einen besonderen wirtschaftlichen Faktor.
Erste Erwähnungen von Mühlen in Lichtenrade gehen auf das Jahr 1649 zurück. Ein gewisser Müller Peter Lew hatte seine Mühle zwischen dem Wege nach Mariendorf und dem Buckower Weg. 1845 gehen aus dem Besitz des Bauern Kraatz ein drei Morgen großes Stück an der Mariendorfer Chaussee und dem Wege nach Buckow an den Müllermeister Kluth über. Der ließ dort eine Mühle errichten, die 1853 abbrannte, aber wieder durch den Müllermeister Schmidt, aufgebaut wurde.
Um die Jahrhundertwende gab es in Lichtenrade zwei Mühlen. Hierbei handelte es sich zum Einen um die Bockwindmühle von Albert Rademeier und zum Anderen um die Holländermühle, genannt "Luisenmühle" von Albert Hänsch. Die Bockwindmühle stand in der heutigen Straße Alt-Lichtenrade 33 und wurde 1907 abgerissen und südlich von Zossen wieder aufgebaut. Die "Luisenmühle" (eine Schwestermühle der Adlermühle in Mariendorf) hatte etwa 250 m nördlich der Bockwindmühle im heutigen Alt-Lichtenrade 25 ihren Standort.
Die Errichtung der "Luisenmühle" in Lichtenrade geht auf das Jahr 1893 zurück. Allerdings soll sie in den Jahren zuvor ihren Platz am Finkenweg in Mariendorf (1873) sowohl in Rixdorf als auch am Prenzlauer Berg gehabt haben. Bei gutem Wind betrug die Tagesleistung 1250 kg Korn. Die großen Flügel der Mühle drehten sich unermüdlich bis zum Jahre 1918. In der Inflationszeit (1914-1923) ereilte sie das Schicksal, das sie zur damaligen Zeit mit vielen anderen Mühlen teilen musste: Stillstand und Abriss. Nach dem Abbau wurde sie 1923 nach Rathenow verkauft.
1982 fand man am Straßenrand im Gebüsch der Straße Alt-Lichtenrade Überreste der Mühlensteine. Diese wurden zusammen mit einem Gedenkstein in einer Eröffnungsfeier am 4. Juni 1983 am Eckbereich Alt-Lichtenrade/Im Domstift in einer kleinen Grünanlage als Pforte zum historischen Dorfkern platziert. Dieser Platz soll daran erinnern, dass Lichtenrade einmal ein kleines Bauerndorf vor den Toren Berlins war.

Wir bedanken uns bei der Autorin
© Marina Heimann www.brueckenpfad.de

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