Der LILARESA (Lichtenrader-Lankwitzer-Regenwasser-Sammlers)

  Schon im 17. Jahrhundert kam es in Lichtenrade, wie auch in den umliegenden Dörfern, zu regelmäßigen Überschwemmungen, die die Ernten vernichteten. In dem Lehm-Ton-Boden konnte das Wasser bei langanhaltenden Regenfällen nur sehr schwer versickern.
Erste Abhilfe schaffte König "Friedrich der Große", auf dessen Anordnung sogenannte "Königsgräben" 1774 ausgehoben wurden um das Wasser aufzunehmen. Diese Gräben waren zwar hilfreich, doch um weitere Ansiedlungen zu ermöglichen und das Wasser von den Feldern und Grundstücken fern zu halten, waren andere Maßnahmen nötig. Als 1926/27 in einer langanhaltenden Regenperiode sintflutartige Regenfälle auf Lichtenrade niedergingen, drohte es im Wasser unterzugehen. An einigen Stellen stand das Wasser auf der Straße bis zu einem Meter hoch. Die Einzigen, die daran wohl Freude hatten, waren die Kinder, die so eine Badeanstalt direkt vor ihrer Haustür vorfanden. Abhilfe sollten die Bezirksverordneten von Lichtenrade schaffen. Dr. Mast, ein Tiefbauexperte, der der Bezirksversammlung und der Stadtverordneten-Versammlung angehörte, lieferte nach einem Ortstermin einen ersten brauchbaren Vorschlag an die Tiefbaudeputation des Zentralen Magistrats.
Da es ummöglich war, die Wassermassen in die umliegenden Dörfer abzuleiten, da diese ebenfalls mit den Wassermassen zu kämpfen hatten, sollte ein unterirdischer Kanal von Lichtenrade bis zum Teltowkanal geschaffen werden. Das Wasser sollte vom Kirchhainer Damm (ab Sanatorium Birkenhaag) durch die Horstwalder- Hilbert- und Wünsdörferstraße unter Einbeziehung der Königsgräben durch Marienfelde und Lankwitz bis zum Teltowkanal fließen. Die Bauarbeiten begannen im August 1928 und zogen sich über 15 Monate bis November 1929 hin. In dieser Zeit wurden von 1000 Arbeitern 180 000 cbm Erde und rund 40.000 cbm Beton bewegt.
Die Gesamtlänge des Hauptkanals beträgt 10 km, von dem 7 km auf Tempelhofer Gebiet verlaufen. Im oberen Lauf ist der Kanal zwar nur 1,10 breit und hoch, aber in der Hilbertstraße sind seine Ausmaße bereits 2,50 x 2,50 m. Veranschlagt für die Baukosten waren 5,5 Millionen Mark. Tatsächlich verschlang das ganze Bauwerk aber 12 Millionen Mark. Nach Fertigstellung entwässert der Kanal mit seinen Zulieferungskanälen ein Gebiet von 2000 ha und ist in der Lage jährlich 12 Millionen cbm Wasser abzuführen. Das sind in der Sekunde immerhin 50 000 Liter Wasser.
Durch den Bau des Lichtenrader-Lankwitzer-Regenwasser-Sammlers "LILARESA" von Lichtenrade nach Lankwitz zum Teltowkanal entstand die Grundlage zum weiteren Ausbau der Gemeinden Lichtenrade, Marienfelde, Mariendorf und Lankwitz.

Wir bedanken uns bei der Autorin
© Marina Heimann www.brueckenpfad.de

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