Die Dorfkirche Lichtenrade

  Am Dorfteich gelegen, hat die Lichtenrader Dorfkirche schon seit dem 14. Jahrhundert ihren Platz. Allerdings entspricht die heutige Kirche nicht dem Original. Die bei der Urbarmachung Lichtenrades gefundenen Feldsteine dienten zum Bau der Lichtenrader Dorfkirche. Der einfache Bau erhielt ein Satteldach und der Turm auf der Westseite, der damals mit seinen 26 Metern wohl das höchste Bauwerk in Lichtenrade war, wurde auf den letzten 6 Metern mit einem Holzaufbau versehen. In ihm befand sich der Glockenstuhl mit 3 Glocken. Die Inschrift der ältesten Glocke "Veni rex glorias cum pace" bedeutete so viel wie "Komm, du König der Herrlichkeit, mit deinem Frieden". Gotische Fenster waren auf Nord-, Ost- und Südseite zu finden. Ebenfalls auf der Südseite befand sich die Spitzbogenpforte. Ab dem Jahre 1769 wurden einige Veränderungen vorgenommen. So wechselte der Eingangsbereich auf der Südwand von West nach Ost und erhielt, genau wie die Fenster, Rundbögen. Wegen Baufälligkeit musste der Turm 1810 abgerissen werden und wurde erst 1902 für 21.000 Mark in quadratischer Form mit spitzem Helmdach wieder aufgebaut. Seine Fundamente reichten 4 Meter in die Tiefe. An der Westseite des Turmes befand sich nun auch der neue Eingangsbereich. 1922 bekam die Kirche eine Grunderneuerung im Innenbereich. Zwecks Einbaus einer größeren Orgel wurde die bisherige Balkendecke durch eine Tonnengewölbe-Attrappe ersetzt, die Innenwände mit Putz versehen und mit einem Ölanstrich überzogen. Bedingt durch die Luftangriffe im 2. Weltkrieg brannte die Kirche am 29. Dezember 1943 aus.

Beim Aufbau der neuen Kirche im Jahre 1948 bekamen Kirche und Kirchturm wieder ein Satteldach. Der Innenausbau zog sich über mehrere Jahre hin. So erhielt die Kirche den Altar, die Kanzel und den Taufstein erst im Jahre 1960. 1963-1964 kamen die vom Berliner Künstler Hans-Joachim Burgert geschaffenen Altarfenster und das Triumph-Kreuz über dem Altar hinzu. 1968 wurde die Orgel, die von der Orgelwerkstatt Karl Schuke stammt, in Betrieb genommen. Zwei der drei Glocken aus dem Glockenturm stammen noch aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg von der Märkischen Glockengiesserei Voss, die diese Glocken vorsorglich 1936 gossen und anschließend vergruben. Nach dem Krieg wurden diese Glocken der Kirche zum Verkauf angeboten. Die große Glocke mit einem Durchmesser von 102 cm hat ein Gewicht von 620 kg und ist auf den Ton -g - gestimmt. Ihre Inschrift lautet: "Seid fröhlich in Hoffnung". Die mittlere Glocke, 320 kg schwer und auf den Ton -h- gestimmt, hat einen Durchmesser von 85 cm und wurde mit der Inschrift "Geduldig in Trübsal" beschriftet. Die dritte und kleinste Glocke wurde erst zu einem späteren Zeitpunkt gefertigt und eingebaut und erhielt die Inschrift: "Haltet an am Gebet". Sie ist 180 kg schwer, hat einen Durchmesser von 67 cm und ist auf den Ton -d- gestimmt.

Wir bedanken uns bei der Autorin
© Marina Heimann www.brueckenpfad.de
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