Der Tannenhof

 

In der Mozartstraße, auf einem zwei Hektar großen Park- und Gartengelände, steht die Rehabilitationseinrichtung "Tannenhof", das Zentrum I des gemeinnützigen Vereins TANNENHOF BERLIN-BRANDENBURG E.V. für ehemalig Drogenabhängige. Der Gesamtträger und die Einrichtung feierte 2009 ihr 30-jähriges Bestehen.
Bereits um die Jahrhundertwende errichtete der Ingenieur Bernhard Gericke ein Gebäude auf diesem Gelände. Hier betrieb er zusammen mit seiner Frau eine der vielen "Irrenhauseinrichtungen" in Lichtenrade. Damals war es durchaus üblich, diese Anstalten, wegen des Erholungswertes, außerhalb der Stadt zu bauen. Nach dem Zusammenschluss zu Groß-Berlin im Jahre 1920 ging das Gelände 1927 an die Stadt Berlin. Hier entstand im Laufe der Jahre aus der Irrenanstalt das Sanatorium "Fichteneck".
Der "Tannenhof" wird zum ersten Mal 1921 als Jugendeinrichtung erwähnt und hatte seinen Sitz am Kirchhainer Damm, damals Kaiser-Wilhelm-Straße. 1928 zog dieser auf das Gelände in der Mozartstraße und betreute in einer Heil-Erziehungsanstalt 115 Knaben. In den Kriegsjahren beschädigt, diente es einige Zeit als Lazarett, um dann 1946 zu einem Mädchenerziehungsheim umfunktioniert zu werden. Danach, in den Jahren 1954 -1975, wurden hier junge Männer in einer Sonderschuleinrichtung untergebracht.
Im Jahre 1979 zog der sich kurz vorher gegründete Verein "Tannenhof, Drogenhilfe Tübingen in Berlin e.V." auf das Gelände. Diese Einrichtung war eine der Ersten ihrer Art im damaligem West-Berlin, unter anderem als Reaktion auf die ansteigende Zahl der Drogentoten und dem rasanten Anstieg vom Konsum illegaler Drogen.
Das zuerst unter kritischer Beobachtung der Lichtenrader Bürger entstandene Therapiezentrum entwickelte sich erfolgreich mit immer mehr Angeboten an betroffene Personen. Nach dem Fall der Mauer wurde auch das Land Brandenburg mit einbezogen und es erfolgte eine Umbenennung. Der Verein TANNENHOF BERLIN-BRANDENBURG E.V. kann heute in seiner Lichtenrader Einrichtung bis zu 40 erwachsene Personen (inklusive Adaption) in der Entwöhnungsbehandlung (Dauer ca. 5-6 Monate) zur stationären Therapie aufnehmen.
Parallel stehen 6 Plätze für die Adaptionsphase im separaten Kinderhaus bereit. Bis zu 16 Kinder können hier mit ihren betroffenen Elternteilen betreut werden. Die Adaptionsphase (Dauer ca. 3-4 Monate) schließt sich an die intensivtherapeutische Phase an und hat primär die Wiedereingliederung des Patienten in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt zum Ziel.
Erfolgversprechend scheint diese Einrichtung, die es ermöglicht, die durch die Suchtkrankheit nicht erreichten Schulabschlüsse bzw. Ausbildungen nachzuholen, in ambulante Therapie und/oder eine betreute Wohnform zu wechseln um später wieder in die Gesellschaft integriert werden zu können.
Der TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V., der in Lichtenrade sein erstes Zuhause fand, ist mittlerweile Mitglied in verschiedenen anerkannten Institutionen für Suchtkranke in ganz Deutschland und Europa.


© Marina Heimann www.brueckenpfad.de


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