Bahnhofstraße - Variante mit Radstreifen wird weiterverfolgt

Raumplaner: „Die Bahn muß sich nach nach uns richten“

Das Verkehrs- und Gestaltungskonzeptes für die Lichtenrader Bahnhofstraße wurde am 13. Juli im Ulrich-von-Hutten-Gymnasium vorgestellt. Nach zweieinhalb Stunden wurde von der Stadträtin Christiane Heiß klargestellt, dass die sogenannte Variante A2, Radfahrstreifen „mit Abstrichen“, weiterverfolgt wird und damit die diskutierte Einbahnstraßenlösung vom Tisch ist.

Das Büro „die raumplaner“ ist für die Steuerung des Gesamtprozesses und für das Geschäftsstraßen-Management im Rahmen des „Aktiven Zentrums Lichtenrade Bahnhofstraße“ zuständig. Vom Planungsbüro informiere Sabine Slapa über die bisherigen und zukünftigen Schritte, sowie über die Leitlinien der Planung. An verschiedenen Punkten waren die Lichtenrader im Prozess mit einbezogen.

Als nächster Schritt im Prozess kommt die sogenannte Objektplanung, bei der die genauen Bedingungen für den Umbau mit allen Beteiligten geprüft werden. Sabine Slapa informierte über die ehrgeizigen Umsetzungspläne.

Danach will man bis 2020 in der Bahnhofstraße fertig sein, zumal die zur Verfügung gestellten Mittel über das Aktive Zentrum auch nur begrenzt zur Verfügung stehen. Auf kritische Nachfragen, wie dies nach dem Urteil vom Bundesverwaltungsgericht mit den aktuellen Planungen der Dresdner Bahn zusammenpassen würde, äußerte sich die Raumplanerin nach den Gesprächen mit der Bahn sicher: „Die Bahn muss sich nach uns richten.“

Diese Äußerung führte dann dazu, dass die meisten Teilnehmer offensichtlich wegen bisheriger Berliner Bauerfahrungen lachen mussten. Sabine Slapa äußerte
sich jedoch sicher. Sie hat die Bestätigung von der Bahn erhalten, dass trotz vorbreitender Maßnahmen der Bahn die Bahnhofsstraße erst ab 2020 von der Bahn genutzt werden muss. Die Arbeiten zum Umbau der Bahnhofstraße sollen bereits im 3. oder 4. Quartal 2018 beginnen.

Die Nutzung der Bahnhofstraße erst ab 2020 wurde der Redaktion auf Nachfrage bei Dipl. Ing. Holger Ludewig von der DB Netze ausdrücklich bestätigt. Der Tunnelbau beginnt halbseitig erst im Westteil von der Bahn (bis zur Hilbert-/Wünsdorfer Straße); somit wird der östliche Teil und die Bahnhofstraße erst ab 2020 betroffen sein.

Martin Schüffler von IVAS stellte die zwei Planungsvarianten vor, die sich nach der letzten Beteiligungsrunde herausgebildet hatten. Die Varianten A2 mit dem Radfahrstreifen mit Kompromissen und die Einbahnstraßenvariante B1, bei der die Gegenrichtung für den Öffentlichen Personennahverkehr und auch für Radfahrer genutzt werden kann. Die reguläre Einbahnstraße wäre von Osten in Richtung S-Bahnhof Lichtenrade bis zur Briesingstraße gegangen.

Vor- und Nachteile der Varianten wurden erläutert. Bei der jetzt weiterverfolgten Lösung ist das Überfahren des Radstreifens durch Autos beim Parkvorgang und das Halten auf dem Radfahrstreifen auch durch den Lieferverkehr ein Nachteil. Es werden vermutlich Lieferzonen notwendig, die jedoch auch Parkplätzte kosten würden. Auch wären stärkere Kontrollen notwendig. Insgesamt geht der Verkehrsplaner von 40 Parkplätzen weniger aus, wenn es bei dem jetzigen Baumbestand bleiben würde.

Als Nachteile der Einbahnstraßenvariante wurden genannt: die Verlagerung des Verkehrs in Nebenstraßen, besonders auch in die Goltzstraße, und die schlechtere Erreichbarkeit von Zielen in der Bahnhofstraße.

Thomas Moser
www.lichtenrade-berlin.de
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