Österreichischer Adliger, Namensgeber einer Straße in Lichtenrade

Mit 48 erlag Nikolaus Lenau den Folgen eines Schlaganfalls

Die Lenaustraße, eher eine unscheinbare Straße, im Dichterviertel von Lichtenrade. Bei der Straße, die die Kettinger Straße mit der Lintruper Straße verbindet, deutet kein Zusatzschild unter dem Straßennamen darauf hin, um welche Persönlichkeit es sich handelt. Doch hinter ihrem Namen verbirgt sich ein großer österreichischer Lyriker.

Nikolaus Lenau, mit gebürtigen Namen, Nikolaus, Franz Niembsch, (seit 1820 Edler von Strehlenau) wurde 1802 in Csatát, dem heutigen Lenauheim in Rumänien geboren. Der Vater ein habsburgischer Beamter und der Spielsucht verfallen, verstarb 1807. Seine Frau, die 1811 erneut heiratete, ermöglichte dem Sohn Nikolaus ein Universitätsstudium, der schon in früheren Jahren begann, Verse zu verfassen. 1822 studierte er in Wien Philosophie, Landwirtschaft und Medizin.

Fünf Jahre später erschienen seine ersten Gedichte in der Zeitschrift „Aurora“. Aus der Trauer um den Tod seiner geliebten Mutter im Jahre 1829 und nach einer Erbschaft der Großmutter entschied er sich letztendlich, sich voll und ganz der Lyrik zu widmen.

In Heidelberg, wo er 1831 eine Doktorprüfung ablegte, widmete sich Lenau seinen ersten Gedichtband, den er 1832 veröffentlichte. Im selben Jahr beschloss er, nach Amerika auszuwandern. Ziel waren die Niagarafälle, die dem Romantiker zu neuen Werken inspirieren sollten.

Aus dieser Zeit stammen u. a. die Gedichte: Niagara und die drei Indianer. Enttäuscht über das vorwiegend materialistisch eingestellte Amerika kam er bereits nach einem Jahr Aufenthalt wieder zurück nach Deutschland.

In seiner Abwesenheit war er mit seinem ersten Gedichtband zu einem gefeierten Dichter aufgestiegen und lebte von nun an abwechselnd in Stuttgart und Wien. 1836 veröffentlichte er seine Fassung des „Faust“ und ein Jahr später „Savonarola“ ein Werk, in dem Freiheit von politischer und geistiger Gewaltherrschaft als Merkmal des Christentums behandelt wird. Ein Großteil seiner Gedichte, die der Lyriker ab 1838 verfasste, widmete er seiner chancenlosen
Liebe, Sophie von Löwenthal, die Frau eines Freundes. 1842 vollendete er seine freien Dichtungen, „Die Albigenser“.

1844, nach einem Schlaganfall verfiel er langsam in eine geistige Verwirrung und wurde in die Nervenheilanstalt, Winnenthal bei Stuttgart eingeliefert. Hier im Schloss, in der ehemaligen Heilanstalt, ist eine Lenau-Gedenkstätte eingerichtet. 1847 kam er in die Nähe von Wien in die Pflegeeinrichtung des Dr. Görgen und verstarb nach dreijähriger Pflege. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Weidling bei Klosterneuburg, Österreich. Seine schöpferischste Phase erlangte er zwischen den Jahren 1832 bis 1844.

Lenau gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Lyriker des 19. Jahrhunderts und in der deutschen Literatur als Vertreter des Weltschmerzes.

Marina Heimann

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