Besichtigung im Pumpwerk in der John-Locke-Straße

Zentrale Schaltstelle wacht über die tägliche Entsorgung

Die Besichtigung des Pumpwerks durch die Berliner Wasserbetriebe am 15. Februar 2017 war ein voller Erfolg. Viele Interessierte nahmen an den Führungen teil.

So konnte man erfahren, dass das jetzige Pumpwerk in Lichtenrade 1979 seinen Betrieb aufnahm. Es ist eines von 154 Pumpwerken in Berlin und entsorgt täglich ca. 6000 Kubikmeter Abwasser. Der kompakte Baukörper verbirgt seinen Maschinenraum zum größten Teil unterirdisch. Etwa in 10 Meter Tiefe befinden sich, die zurzeit drei Kreiselpumpen mit unterschiedlichen Leistungen. Zwei dieser Pumpen werden elektrisch betrieben. Sie sind platzsparend montiert und gewähren einen wartungsarmen Betrieb. Die dritte Pumpe, mit der höchsten Leistung, wird durch einen Dieselmotor angetrieben, der einer kontinuierlichen Wartung unterliegt. Je nach den wechselnden Förderverhältnissen kommen die Pumpen zum Einsatz. Der Pumpwerksbetrieb erfolgt automatisch und wird durch die zentrale Schaltstelle der Wasserversorgung in der Holzmarktstraße in Friedrichshain überwacht.

Das Berliner Kanalnetz erstreckt sich über 9600 km, das Druckrohrnetz ist 1170 kkm lang und endet jeweils in eines der sechs Klärwerke. Das gesammelte Abwasser aus dem Pumpwerk in der John-Lokke-Straße gelangt über Druckrohrleitungen nach Waßmannsdorf, zum dortigen Klärwerk.

Das war natürlich nicht immer so. Lichtenrade gehörte vor der Eingemeindung nach Berlin zum Landkreis Teltow. Detaillierte Angaben über die entwässerungstechnischen Anfänge sind deshalb nicht mehr so ganz nachvollziehbar. Lichtenrade entwässerte zunächst durch offene Vorflutgräben in den Mahlower Seegraben und in die Nuthe.

Erst nach der Eingemeindung Lichtenrades nach Berlin im Jahre 1920 wurde ein Konzept von der zentralen Stadtentwässerung Berlins erarbeitet und 1921 ein kleines, nicht mehr vorhandenes Pumpwerk errichtet. Diese Anlage nahm noch im selben Jahr ihren Betrieb auf und war an das Druckrohr von Steglitz angeschlossen, das zum Rieselfeld nach Klein-Ziethen führte. Neben dem neuen Pumpwerk befindet sich das in den Jahren 1928/29 gebaute und mittlerweile unter Denkmalschutz stehende, alte Pumpwerk. Von dort ging das Abwasser zum Rieselfeld und später zum Klärwerk nach Waßmannsdorf. Ab 1975 wurde das anfallende Abwasser zum neu gebauten Klärwerk nach Marienfelde transportiert. Nach dem Bau des neuen Pumpwerkes im Jahre 1979 wurde zunächst das Abwasser, bestehend aus Schmutzwasser der Haushalte, der Gewerbe sowie dem Niederschlagswasser, ebenfalls nach Marienfelde abgeführt. Ab 1998 gelangt das Abwasser aus Lichtenrade nun wieder über die Druckrohrleitungen nach Waßmannsdorf. Das Klärwerk wurde nach der Wiedervereinigung neu gebaut und entspricht den Europarichtlinien. Nach dem Neubau in Waßmansdorf wurde das Klärwerk in Marienfelde stillgelegt und abgebaut.

Marina Heimann

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