Angela Merkel empfing trotz Sport-Verletzung die Sternsinger

Auch Lichtenrader Kinder bei der Bundeskanzlerin dabei

Deutlicher kann man das Engagement der Sternsinger wohl kaum würdigen. Obwohl Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen ihrer Sportverletzung wahrlich allen Grund gehabt hätte, den traditionellen Sternsingerempfang abzusagen, begrüßte die Regierungschefin 7. Januar auf Krücken 108 kleine und große Könige aus allen 27 deutschen Diözesen im Bundeskanzleramt in Berlin. „Ihr bringt Segen und ihr seid ein Segen für die Welt“, machte die Bundeskanzlerin deutlich. Und die Sternsinger hatten diesmal nicht nur ihren Segensspruch dabei, sondern auch zahlreiche Genesungswünsche für die Gastgeberin.

Passend zum Leitwort ihrer aktuellen Aktion, „Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit!“, stellten die Sternsinger Nelia Mrosik (9), Charlotte Freyberg (10) und Josephine Freyberg (8) aus der katholischen Pfarrei Salvator in Berlin-Lichtenrade in einem kleinen Theaterstück die Situation von Flüchtlingskindern vor.

„Ihr Sternsinger lasst Euren Blick in die Welt hinaus schweifen und ihr wollt, und das eint uns, dass es vielen Menschen besser geht, denen es heute an Elementarem, an ganz wichtigen Dingen fehlt. Dafür zu arbeiten ist jede Anstrengung wert“, machte die Kanzlerin in Richtung der engagierten Kinder und Jugendlichen deutlich. Mit ihrer Spende für die Sternsinger unterstützt die Kanzlerin die Versorgung von syrischen Flüchtlingskindern im Libanon, diese Flüchtlinge wolle sie „von Herzen gerne unterstützen“.

In Kanzleramtsminister Peter Altmaier hatte die Bundeskanzlerin einen passenden Vertreter gefunden, der bei weiten Teilen des Programms als Gastgeber fungierte. Gleich zur Begrüßung der Sternsinger erzählte Altmaier, dass er in Kindertagen im Saarland selbst „viele, viele Jahre“ lang als Sternsinger aktiv gewesen sei. „Ich möchte euch danken, dass ihr bereit seid, diese Aufgabe zu übernehmen. Es ist so wichtig, dass ihr mit eurem Engagement ein Zeichen setzt“, lobte der Minister „seine Nachfolger“.

Die Spende der Bundeskanzlerin durften diesmal die Mädchen und Jungen aus der Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Wittichenau (Bistum Görlitz) entgegen nehmen. Felicitas Posch (13), Johanna Glaab (13), Benjamin (12) und Amadeus Domaschke (12) trugen der Kanzlerin auch den Segensspruch vor und schrieben den Segen „20*C+M+B+14“ für das Jahr 2014 im Kanzleramt an.

Seit 1984 bringen die Sternsinger jedes Jahr ihren Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ ins Bundeskanzleramt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hieß die Sternsinger auch beim 31. Empfang in Folge willkommen. Für die Regierungschefin war es der insgesamt neunte Besuch der Sternsinger.

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 858 Millionen Euro wurden seither gesammelt, über 65.000 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 55. Aktion zum Jahresbeginn 2013 hatten die Mädchen und Jungen aus 11.604 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 43,7 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe.

Bündnis für Bildung

Arbeit aufgenommen

Das Bündnis für Bildung Lichtenrade – bestehend aus der Kita Töpis Feldmäuse, Käthe-Kollwitz-Grundschule, Megamix e.V. und dem Verein für soziale Beratung e.V. hat kürzlich seine Arbeit aufgenommen. Es wird bis 10. August 2014 gefördert. Wesentlicher Bestandteil des eingereichten Konzeptes „aktiv.inklusiv.integrativ! Kreativ!“ sind Einstiegs-, Erkundungs-, Begleitangebote für Eltern, Kurse sowie Präsentationen. Da das Konzept die Kriterien für Sonderprojekte erfüllt, verfügt es über eine besonders gute finanzielle Ausstattung.

Besuch am 26. Januar in Lichtenrade

Gedenken an die KZ-Außenstelle

Der 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Das Datum erinnert an die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau 1945 durch die Rote Armee und wird international als Holocaust-Gedenktag begangen.

Jedes Jahr führt die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert (SPD) eine Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer der NSGewaltherrschaft an einem Erinnerungsort in Tempelhof-Schöneberg durch, in diesem am 26. Januar.

In Lichtenrade befand sich von 1943 bis zum 20. April 1945 ein Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Die Häftlinge waren politische Gefangene aus vielen europäischen Ländern und mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Die Nationalsozialisten nutzten die Arbeitskraft der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter bis zur Erschöpfung und zum Tod dieser Menschen.

Dank der jahrelangen engagierten Erinnerungsarbeit der Geschichtswerkstatt Lichtenrade als Projektgruppe der Berliner Geschichtswerkstatt e.V. und auf Initiative des damaligen Tempelhofer Volksbildungsstadtrates Klaus Wowereit wurde 1987 am ehemaligen Standort des Zwangsarbeiterlagers am Bornhagenweg das Mahnmal für die Zwangsarbeiter des Außenlagers Sachsenhauses eingeweiht.

Vom Treffpunkt Nachbarschafts- und Familienzentrum, Finchleystraße 10, ging es zum Mahnmal Bornhagenweg für die ZwangsarbeiterInnen des Außenlagers Sachsenhausen

Neben der Gedenkrede von Mechthild Rawert (MdB) gab es noch einen Vortrag und eine Fotodemonstration von Ruth Zantow, Mitglied der Geschichtswerkstatt Lichtenrade, Projektgruppe der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.: „KZ-Außenlager Lichtenrade von Sachsenhausen - direkt vor der Haustür. Schlaglichter auf die Menschen hinter dem Stacheldraht.“

 

Neu in Lichtenrade

Helfende Hände

Wenn die Großmutter weit weg wohnt und die Tante nicht einspringen kann - viele Familien brauchen dann dringend Unterstützung. Und auf der anderen Seite gibt es viele Menschen, die ihre Zeit und ihre Erfahrung gern in den Dienst junger Familien stellen würden.

Um diese beiden Seiten zueinander zu bringen, wurde vom Nachbarschafts- und Familienzentrum Finchleystraße das Projekt „Helfende Hände“ in Lichtenrade ins Leben gerufen. In der „Baby-Zeit“ können sie einer frisch gebackenen Mutter zur Seite stehen und auch einfach mal ein offenes Ohr für die Höhen und Tiefen des Alltags mit einem Säugling haben. Oder sie teilen Zeit mit einem „Patenkind“, ihre Hobbys und entdekken sie gemeinsam Neues.

In einem Grundlagen-Seminar werden Paten auf ihre künftige Aufgabe vorbereitet. Zusätzlich findet für alle „Helfenden Hände“ regelmäßig ein Stammtisch statt, um sich mit anderen Paten auszutauschen und mögliche Fragen zu klären.

 

Info: Nachbarschafts- und Familienzentrum Finchleystraße unter der Rufnummer: (030) 70 17 64 13

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Besuch beim rbb in Potsdam

Lichtenrader Daniel Gäsche als Moderator „UM SECHS“

Der Lichtenrader Daniel Gäsche (45) arbeitet seit vielen Jahren als Moderator beim rbb-Fernsehen. Einen ganzen Tag darf ich ihn begleiten, hinter die Kulissen schauen, den Programmmachern Löcher in den Bauch fragen und einfach nur staunen.

In unmittelbarer Nähe vom Filmpark  Babelsberg, wo Filmkulissen direkt an den Straßen stehen, ist der Haupteingang in der Marlene-Dietrich-Allee. Morgens um 10 Uhr beginnt der Arbeitstag. Da ist noch nichts vom Flair der Studios, von Scheinwerfern und roten Sende-Leuchten zu spüren.

Für viele Berliner ist der rbb, der Rundfunk Berlin-Brandenburg, ein Muss für die täglichen Informationen aus der Region. Früher war es für die West-Berliner der SFB (Sender Freies Berlin), der in der Masurenallee residierte. Durch die Fusion mit dem ORB (Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg) ist 2003 eine gemeinsame Sendeanstalt für Fernsehen und Rundfunk entstanden. Heute gibt es zwei große Einsatzorte für die Landesrundfunkanstalt: Berlin und Potsdam. So werden „Brandenburg Aktuell“, sowie „rbb UM SECHS“ und die Nachrichten vor 18 Uhr in Potsdam-Babelsberg produziert.

Freundlich in der Redaktion empfangen, geht es zu Harry Koch, der die Seele von „rbb UM SECHS“ ist. Harry Koch hat den Hut auf, ist CvD (Chef vom Dienst) und Redakteur der Sendung. Die Produktion der Vorabendsendung beginnt auf der großen Redaktionskonferenz von „Brandenburg Aktuell“. Fünfzehn Menschen konferieren im gläsernen Konferenzraum. Zwei Bildschirme sind eingeschaltet. Die Video-Telefon-Konferenz mit den Studios in Cottbus und Prenzlau ist geschaltet. Es wird abgewogen, welche Themen gesendet werden und wer noch interviewt werden muss. Die Redaktionskonferenz ist die große Klammer für alle Sendungen von „Brandenburg Aktuell“, in der auch im Bedarfsfall Sendungen des Vortages kritisch diskutiert werden. Heute geht es um sittenwidrige Löhne, der Perleberger Postzustellerin Marion und einer Organspende. Das eine Thema wird als KR (Kurzreport mit O-Tönen) und der andere Bericht als NIF (Nachricht im Film) geplant.

Die konkrete Planung von „rbb UM SECHS“ findet mit ganz kleinem Personaleinsatz statt. Morgens geht es gleich damit los, was die anderen Ländermagazine, besonders der angrenzenden Bundesländer, zu bieten haben. Für Harry Koch muss die Mischung der Sendung stimmen. Gut sind immer Themen von der Ostsee, „Superlative“ von anderen Ländern und auch Tiere „gehen immer“, weiß der erfahrene Fernsehmann zu berichten. Harry Koch: „Die Leute warten schon auf die Sendung!“ An den Einschaltquoten kann man minutengenau das Zuschauerverhalten analysieren. Koch ist stolz darauf, dass „rbb UM SECHS“ stabile Einschaltquoten aufweisen kann.

Für Koch ist die Sicht der Zuschauer wichtig, die die Zuverlässigkeit in der Struktur der Sendung schätzen. „Sie wollen den Blick über den Tellerrand haben“, erklärt der Fernsehmacher. Besonderen Wert legt Koch auf Vielfältigkeit: „Es muss spannend und interessant sein!“

Im Großraumbüro der rbb-Redaktion geht es emsig, aber sehr ruhig und gelassen zu. Jeder Mitarbeiter hat zwei Computer-Monitore auf dem Schreibtisch, um alle Meldungen und die Ablaufplanung auf einen Blick vor sich zu haben. Fernsehapparate zeigen Sendungen der verschiedenen Fernsehanstalten.

„Harry Koch, um Sechs“, meldet sich am Telefon, bespricht eine Idee und überlegt, wie man eine Schalte zum ReWo (Reporter der Woche) einbauen kann. Es wird noch einmal der Aufbau der Sendung erläutert. Mit dem Grafiker wird die Bebilderung im Hintergrund besprochen.

Jeder kennt die notwendigen Arbeitsschritte. Einzelne Beiträge werden noch geschnitten und für den technischen Notfall hält der Sender jeweils eine Kassette bereit. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung. Koch weiß jedoch, dass „sich im Laufe des Tages alles immer richtet.“ Diese Ruhe strahlt auf alle Mitwirkenden und Verantwortlichen der Sendung aus.

Für die Moderation ist es Harry Koch wichtig, dass der Zuschauer „abgeholt“ wird. Am Anfang steht, dass der Moderator selbst seine Beiträge schreibt. Heute steht eine Live-Schalte zum „Kleinen Sendesaal“ in der Masurenallee an, da hier ein großer rbb-Chor mit Zuschauern singen soll.

Und dann wird es langsam Zeit: Frisch gebügeltes Hemd, Krawatte und Jackett anziehen; die Jeans darf bleiben, denn Daniel Gäsche ist nur mit dem Oberkörper im Fernsehen sichtbar. Der Moderator ist ganz ruhig und geht zwanzig Minuten vor der Sendung in die „Maske“. Er plaudert noch entspannt mit der Maskenbildnerin, die die notwendige HD-Schminke aufträgt. Nur einige Schritte sind es bis ins Studio. Der Medienprofi verrät, dass er immer noch etwas Lampenfieber hat: „Das ist aber für meine Konzentration wichtig. So ist noch keine Routine eingekehrt.“ Der Vorspann beginnt, im Regieraum sind Alle konzentriert, im Studio ist es leise, die rote Lampe geht an und Daniel Gäsche beginnt mit seiner Moderation. Das Studio sieht mit den vielen Scheinwerfern eher technisch aus. Gäsche steht hinter dem Moderatorentisch vor einer grünen Wand. Der Zuschauer wird den Moderator vor einer ganz anderen bebilderten Kulisse sehen. Vom Prompter können die Texte abgelesen werden, die Daniel Gäsche noch vor wenigen Stunden selbst geschrieben hat. Nach einer halben Stunde ist es geschafft. Auf dem Flur wird mit Harry Koch noch kurz über ein kleines technisches Problem gesprochen. Dann ist für Daniel Gäsche endlich Feierabend und er fährt zurück nach Lichtenrade.

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