Stadträtin übernimmt Schirmherrschaft für Weinerfest Bahnhofstraße

Aktivitäten sollen in ein gemeinsames Leitbild passen

Lichtenrader Magazin: Fr. Dr. Klotz, Sie haben für das Wein- und Winzerfest an der Bahnhofstraße die Schirmherrschaft übernommen. Wie ist es zur Genehmigung dieses Festes gekommen? Und warum gibt es eine konkurrierende Veranstaltung?

Sybille Klotz: Das Bezirksamt hat Anfang 2014 ein Regelwerk beschlossen, das für alle Märkte gilt. Dieses enthält inhaltliche und qualitative Kriterien, die sicher stellen sollen, daß die Märkte, die in unserem Bezirk stattfinden, anspruchsvoll sind und keine Billigmeilen sind. Dieses vom Bezirksamt einstimmig beschlossene Konzept enthält auch die Auflage, nicht zwei Feste am selben Ort zu veranstalten. Es wäre für mich eigentlich selbstverständlich, dass sich das Bezirksamt an seine eigenen Beschlüsse hält...

Wieso haben Sie jetzt für das traditionelle Fest an der Bahnhofstraße die Schirmherrschaft übernommen?

Der Bewerber, der jetzt das Fest an der Bahnhofstraße veranstaltet, hat nach seiner Bewerbung, die auch im Wettbewerb zu anderen erfolgte, von dem im Bezirksamt dafür zuständigen Bezirksamtsmitglied den Zuschlag erhalten und ist für sein Konzept ausdrücklich gelobt worden.

Das war übrigens im Mai. Da ich ebenfalls Mitglied des Bezirksamtes bin, sehe ich kein Problem darin, dann auch für diesen qualitativ Besten, vom Bezirksamt ausgewählten Bewerber, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Daß es noch einen weiteren Bewerber für einen anderen Standort gibt, habe ich erst im Juni erfahren.

Welche Bedeutung hat es, dass damit jetzt auch die Händler der Bahnhofstraße an der Ausrichtung und Gestaltung des Festes beteiligt sind?

In mehreren Werkstätten zum Entwicklung der Bahnhofstraße haben wir als Bezirksamt, gemeinsam mit AnwohnerInnen, Gewerbetreibenden, Experten und der Senatsverwaltung ein Leitbild entwickelt und beschlossen. Es sieht vor, den Einzelhandel an der Bahnhofstraße zu konzentrieren.

Für die Umsetzung dieses Leibildes haben wir Mittel aus dem Programm „Aktive Zentren“ beantragt und waren mit
Stadträtin übernimmt Schirmherrschaft für Weinerfest Bahnhofstraße Aktivitäten sollen in ein gemeinsames Leitbild passen unserem Antrag auch erfolgreich. Lichtenrade wird eins von berlinweit 7 Förder-Gebieten sein. Damit haben wir dann auch finanzielle Möglichkeiten, das Gebiet städtbaulich zu entwickeln und aufzuwerten, den Einzelhandel an der Bahnhofstraße zu konzentrieren und damit auch attraktiver zu machen. Außerdem hat das Bürgerforum Lichtenrade erfolgreich an der ersten Phase des Wettbewerbs "Mittendrin" teilgenommen, was auch Mittel für das Geschäftsstraßenmanagement n die Bahnhofstraße holen kann. Natürlich möchten wir als Bezirksamt erreichen, dass sich alle Aktivitäten in dieses gemeinsam entwickelte Leitbild einpassen. Dazu gehören auch die Feste.

Was muss aus Ihrer Sicht jetzt geschehen, damit die verschiedenen Gruppen in Lichtenrade wieder zusammenfinden?

Ich wünsche mir wirklich dringend eine Zusammenarbeit aller, die an einer für Lichtenrade guten Entwicklung interessiert sind. Parteipolitische Motive sollten dahinter zurücktreten. Destruktive Auseinandersetzungen will ich dabei vermeiden helfen und jede konstruktive Zusammenarbeit unterstützen.

Dazu brauchen wir aber auch den gemeinsamen Willen aller vor Ort engagierten Initiativen. Das Bezirksamt - aber auch ich ganz persönlich - würde es sehr bedauern, wenn dies nicht gelingen sollte, haben wir uns doch in den letzten zwei Jahren sehr für eine positive Entwicklung im Süden unseres Bezirks eingesetzt.

Lassen Sie mich aber auch sagen, daß ich optimistisch bin, daß sich die Vernunft durchsetzen wird und in Zukunft alle gemeinsam an einem Starng ziehen – und zwar in die gleiche Richtung!

Frau Dr. Klotz, wir danken für das Gespräch

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