Rathaus wird 100 Jahre alt

Bezirk sucht Hunderjährige

Das Rathaus Schöneberg wird 100 Jahre alt – Dringend werden Männer und Frauen ab 99 Jahren gesucht.
Vielleicht erinnern sich einige noch an das Projekt „Vielleicht bin ich ja ein  Wunder – Hundertjährige in Tempelhof-Schöneberg“. Die hierzu im Herbst 2011 gezeigte Ausstellung mit Porträts von über Hundertjährigen fand ein großes und sehr positives Echo in der Bevölkerung. Auch das Rathaus Schöneberg ist „in die Jahre“ gekommen und wird im nächsten
Jahr 100 Jahre alt.
Dieses möchte die Stadträtin für Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung Dr. Sibyll Klotz zum Anlass nehmen, um erneut mit Hochaltrigen ins Gespräch zu kommen und aus deren Erfahrungs- und Erlebnisschatz eines Jahrhunderts zu schöpfen.
Es geht bei diesem Projekt aber auch darum, verschiedene Facetten des Älterwerdens zu zeigen und das Thema Alter stärker in das
Bewußtsein der Bevölkerung zu bringen.
Gesucht werden Männer und Frauen ab 99 Jahren, welche schon lange im Bereich Schöneberg leben und / oder Erfahrungen und Erlebnisse mit dem Bezirk Schöneberg, insbesondere mit dem Rathaus Schöneberg haben. Sie sollten bereit sein, sich interviewen und fotografieren zu lassen. Die Bilder und Interviews werden vom 1. November bis 15. Dezember in einer Ausstellung im Rathaus Schöneberg und in einem Ausstellungskatalog präsentiert werden.

Meldungen hierfür bitte schnellstmöglich
beim Bezirksamt Tempelhof-
Schöneberg an Frau Ströhl,
Tel. 90277 8756 oder an Herrn
Freese, Tel. 90277 4780.

 

Vorsitzender Gunther Bethke vom LBC 25 ist stinksauer:

Neubau des Kabinentraktes Halker Zeile verschoben

Beim Lichtenrader BC 25 brodelt es. Vorsitzender Gunther Bethke ist kaum zu halten: „Skandalabstimmung wiederholt sich in der BVV-Sitzung“, ärgert er sich.
Grund für den Unmut: Der Bezirk hat im Rahmen der Haushaltsdebatte die Gelder für den Neubau des Kabinentraktes auf dem Sportplatz Halker Zeile aus dem laufenden Investitionsplan gestrichen, was bedeutet, daß mit einem Baubeginn frühestens im nächsten Jahre gerechnet werden kann, wenn überhaupt.
Es dreht sich dabei um Mittel in Höhe von 500.000 Euro, Eine Lappalie, wie Bethge findet, angesichts der Millionen für die Sanierung in den Rathäusern und einem bezirklichen  Bürogebäude, die dem Lichtenrader Bau vorgezogen werden. Von 15 Millionen ist hier die Rede, die CDU listet allein für das Rathaus Schöneberg einen Sanierungsbedarf in Höhe von 32 Millionen auf.
Ärgerlich für die CDU Fraktion ist dabei, daß in den vergangenen Jahren bereitgestellte Mittel für bauliche Maßnahmen in Höhe von fast 5,5 Millionen Euro nicht für den ursprünglichen Zweck verwendet werden, sondern um den chronisch defizitären Haushalt zu stützen.
Weiter wird kritisiert, daß im Bezirk 2013 lediglich Investitionsmaßnahmen in Höhe von 1,25 Millionen realisiert werden sollen, „Damit wird der Investitionsrückstau  in den Schul- und Sportanlagen um rund 8 Millionen Euro erhöht“, listet die CDU des Bezirkes auf, scheiterte aber mit ihrem Antrag, grundsätzlich bauliche Gelder auch für bauliche Maßnahmen zu verwenden.
Gescheitert ist damit unter anderem auch der Neubau des Umkleidetraktes an der Halker Zeile. Ausgerechnet CDU Baustadtrat Daniel Krüger muß den BVV Beschluß verteidigen: „Wir planen keine Luxussanierungen“, beteuerte mit Blick auf die Maßnahmen an den Rathäusern. Es gäbe eine bezirkliche Prioritätenliste, „da sind die Rathäuser weiter vorn“.
Damit können sich die Sportvereine in der Halker Zeile, neben dem LBC 25 auch der SV Adler Berlin, nicht trösten. Bethke führt aus: „Die Duschen sind aufgrund ihres Schimmelbefalles gesundheitsgefährdend und der Putz fällt von der Decke.“
Als Hauptfeind hat Bethke für die fehlende Unterstützung den Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/die Grünen, Jörn Oltmann, ausgemacht. Nicht nur, weil seine Partei mit der  Zählgemeinschaft gemeinsam mit der SPD gestimmt hatte, auch, weil Oltmann sich auf der BVV kritisch über einen Bericht im Berliner Kurier äußerte, wobei ihn vor allem die Überschrift
störte: „Bezirk klaut Schul Kindern Millionen“, hieß es da. „Billige Stimmungsmache“, hatte Oltmann daraufhin geurteilt.

maus

AG Bahnhofstraße meldet sich zurück

Konkurrenzkampf um Straßenfeste tobt

Das Gerangel um die Lichtenrader Straßenfeste ist heftig. Nachdem die AG Bahnhofstraße, die über drei Jahrzehnte die Feste in Lichtenrade organisiert hatte, im letzten Herbst überraschend das Ende aller wirtschaftlichen Aktivitäten verkündete, versuchen mehrere Veranstalter in die Lücke vorzustoßen.
Doch, wie sagte der Vorsitzende der AG Bahnhofstraße, Hagen Kliem: „Wir leben noch“. Und derzeit scheint man sehr lebendig. Zwar organisiert die AG weiterhin keine Straßenfeste mehr in eigener Regie, ließ sich aber vom Konzept des Berliner Veranstalters „Family & Friends e. V.“ überzeugen. Die Gruppe, die aus einer Spielplatzinitiative im Westend entstanden ist, organisiert derzeit mehrere Straßenfeste mit kunstgewerblichen Schwerpunkt in Berlin und wirbt derzeit auf ihrer Internetseite offensiv für die Feste in Lichtenrade, dem Maientanz,
dem Wein- und Winzerfest und dem Weihnachtsmarkt.
Damit stellen sich AG und „Family & Friends e. V.“ gegen die anderen drei Kandidaten. Pikantes Detail: Ausgerechnet Hauptkonkurrent Joachim Jentsch war im Herbst noch als idealer Nachfolgekandidat von der AG-Geschäftsführung empfohlen worden, was ihm in der Anfangsphase nicht nur als Bonus begleitete. Aber Jentsch zeigte sich gesprächs- und kompromißbereit, so daß selbst seine größten Kritiker, die neue Händlerinitiative Bahnhofstraße sich mittlerweile lobend äußern. „Familie Jentsch ist im Gegensatz zum ehemaligen Veranstalter zum Dialog und zur Zusammenarbeit mit den (ortsansässigen) Händlern bereit“, sagt Markus Bassin von der Händlerinitiative. Diesen Dialog mit allen relevanten Gruppen haben auch „Family & Friends“ angekündigt. Es seien mehrere Treffen mit allen Gruppen geplant, sagt Hagen Kliem, man wolle den Schub durch die Standortkonferenz nutzen, in
Lichtenrade gemeinsam und nicht gegeneinader zu arbeiten.
Für die Lichtenrader beideutet der Konkurrenzkampf im Moment: es wird aktuell zweimal der Mai betanzt, einmal rein in den Mai mit Joachim Jentsch am 4. und 5. Mai und einmal raus aus
dem Mai, am 1. und 2. Juni, mit Family & Friends.
Der Nachteil für alle, Veranstalter und Aussteller: der Zuschlag für das Weinfest wird möglicherweise erst im Mai erfolgen, was die Planung nicht einfacher macht.

Theater Diamant lädt zur Premiere ihres neuen Stückes

Neubau des Kabinentraktes Halker Zeile verschoben

Katja Ebstein belegte 1980 mit ihrem Titel „Theater, Theater…… nur der bleibt dir treu, der dich vor Leidenschaft liebt“ den 2. Platz 1980 beim Grand Prix Eurovision de la Chanson
Mit dieser sprichwörtlichen Leidenschaft und großem Engagement ist auch die Schauspieltruppe vom Theater Diamant wieder dabei, wenn es um die Aufführung ihres neuesten  Stückes geht: „Campiello“.
12 Akteure haben über ein Jahr eisern geprobt, um für die Besucher das Tor zur Fantasie weit zu öffnen. In Carlo Goldonis rasanter Komödie „Campiello“, in einer Bearbeitung von Peter Turrini, hat jede Figur ihre ganz besondere Eigenheit. Dennoch verbinden alle eine große Sehnsucht: denn Alle wollen heiraten. Bei den armen Leuten, die rund um den Campiello (einen kleinen Platz in Venedig) leben, lieben und lachen, schimpfen, streiten und spielen, geht es dennoch so chaotisch und anarchisch zu, dass das Stück bei seiner Uraufführung als „plump, gewöhnlich und gefährlich“ kritisiert wurde. Marion Friebo, die als listenreiche Pasqua in dieser Komödie zu sehen ist, fordert die Zuschauer auf: „Urteilen Sie selbst: Ist es plump, auf die Avancen eines plötzlich aufgetauchten Adeligen hereinzufallen, der unterschiedslos sowohl junge Mädchen als auch deren Mütter umgarnt und unaufhörlich Verlobungsringe verteilt? Ist es plump, auf die Avancen eines plötzlich aufgetauchten Adeligen hereinzufallen, der unterschiedslos sowohl die jungen Mädchen als auch deren Mütter umgarnt und unaufhörlich Verlobungsringe verteilt? Ist es gewöhnlich, das Liebesleben der Miesmuscheln zu studieren, wie es der Gelehrte aus Parma tut? Wenn ein Mann in der Nacht auf der Frau liegt und versucht, seinen Zwirn einzufädeln- ist das gefährlich?“
Theaterfreunde können sich am Freitag, den 19. April und am Samstag, den 20. April, jeweils ab 20 Uhr vom oftmals tristen Alltag erholen und für zwei Stunden die Sorgen hinter sich lassen. Geboten wird „Campiello“ in der Bearbeitung des weltweit gespielten Kärntner Autors Peter Turrini, einer Komödie mit rasantem Tempo, milder Ironie und viel Wortwitz.
Die Schauspieltruppe vom Theater Diamant wünscht sich ein volles Haus in Lichtenrade, viel Applaus und gute Laune beim Publikum und dass alle Theaterfreunde zur nächsten Premiere, geplant 2014, wieder dabei sein werden. Der Eintritt ist frei.

Theater Diamant
Gemeinschaftshaus Lichtenrade
Barnetstr. 11, 12305 Berlin,
Freitag, 19. April,
Samstag, 20.April, jeweils 20 Uhr

 

Bürger, Planer und Verwaltung entwickelten gemeinsames Leitbild

Konzept ist nur Empfehlung - aber genehmigungsfähig

Unter der Schirmherrschaft von Stadträtin Dr. Sybill Klotz (Grüne) fand am 7. März die vierte und letzte Lichtenrader Standortkonferenz statt. Diesmal sollten die Ergebnisse des bisherigen Beratungsprozesses zusammengefasst werden. Erneut waren etwa 200 Interessierte ins Gemeinschaftshaus an der Barnetstraße gekommen.
Stadträtin Dr. Klotz würdigte das ungewöhnliche Engagement der Lichtenrader und umriss die Zielsetzung für dieses Leitbild. Es trägt die Überschrift „Entwicklung der Bahnhofstraße zu einem Stadtteilzentrum mit besonderem Flair“ und soll dazu dienen, die Bahnhofstraße mit ihren beiden Endpunkten so weiterzuentwickeln, dass hier ein attraktives Stadtteilzentrum
entsteht, das zum Einkaufen und Verweilen einlädt. Der Einzelhandel soll an der Bahnhofstraße konzentriert, der öffentliche Raum soll gestaltet und die Situation für Fußgänger und Radfahrer verbessert werden.
Bei der anschließenden Präsentation der Ergebnisse des bisherigen Planungs- und Beratungsprozesses legte Prof. Urs Kohlbrenner von der Planergemeinschaft Wert darauf, dass es sich bei diesem Leitbild weder um bindende Beschlüsse, noch um detaillierte Ausführungsvorschläge handeln könne. Das Leitbild sei eher eine Richtungsanzeige in Form von bestimmten
Empfehlungen und Maßnahmen.
Und dies sind nun die wichtigsten Elemente des Leitbildes für den Zentrumsbereich von Lichtenrade, die aus den Analysen des Planungsbüros und der Diskussion an den Planungstischen der Standortkonferenz hervorgegangen sind:
Der östliche Bereich (rund um Reichelt, Tankstellen, Sparkasse) sollte städtebaulich deutlicher als Eingangsbereich aufgewertet werden. Beispielsweise könnte das runde Bauwerk mit der Ausfahrt des Parkhauses als markantes Erkennungszeichen ausgebaut werden. In diesem gesamten Bereich gibt es ungenutzte Potenziale für Investitionen und städtebauliche Ergänzungen, auch im Blick auf die Gebäudehöhen.
Für den mittleren Bereich der eigentlichen Bahnhofstraße wird eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität sowie eine bessere Verkehrslenkung mit dem Ziel erhöhter Sicherheit empfohlen.
Dazu würde eine Neuaufteilung der Fahrbahn gehören. Das vorgestellte Straßenraumkonzept zeigt auf jeder Straßenseite jeweils einen 4,75 m breiten Gehweg, einen 2,50 m breiten Längsparkstreifen, einen 2,00 m breiten Fahrradschutzstreifen sowie in der Mitte zwei jeweils 3,25 m breite einspurige Fahrbahnen.
Dieses Konzept sei nach Absprache mit der zuständigen Senatsverwaltung genehmigungsfähig und mit relativ geringem Finanzaufwand durchführbar. Es ließe sich in einem Teilabschnitt problemlos mit einer Begegnungszone verbinden.
Zu einem solchen oder ähnlichen Straßenraumkonzept müsste notwendigerweise eine Parkraumbewirtschaftung hinzukommen, bei der die geringere Anzahl von Parkplätzen durch verkürzte Parkzeiten ausgeglichen wird.
Insgesamt zeigt die Bahnhofstraße Erweiterungsmöglichkeiten für Einzelhandel und Dienstleistungen. Hier sollte privates Engagement durch ein Geschäftsstraßenmanagement unterstützt werden.
Für den westlichen Bereich wird empfohlen, ein zusammenhängendes städtebauliches Konzept für das Areal der Grundstücke Pfarrer-Lütkehaus-Platz, Haus Buhr mit dem Wäldchen, Mälzerei sowie der Kreuzung Hilbertstraße/Prinzessinnenstraße zu entwickeln. In diesem Bereich sollen bestehende oder neue Einzelhandelsstandorte näher an die Bahnhofstraße herangeführt werden. Das Gelände vor der Salvatorkirche, heute Parkplatz, solle besser als öffentlicher Stadtplatz, gegebenenfalls mit Pavillons und Wochenmarkt, genutzt werden. Der
räumliche Bezug zu dem Gelände um das Haus Buhr müsse über die Straße hinweg gewahrt bleiben. Die Mälzerei selbst könnte für Wohnzwecke und ergänzend für kulturelle und soziale Belange genutzt werden. Auch das Gelände hinter der Mälzerei käme für Wohnungen infrage.
Die anschließende Diskussion kreiste vor allem um die ungelöste Frage der Trassenführung der Dresdner Bahn. Vertreter der BI Dresdner Bahn kritisierten, dass die Standortkonferenz diese Frage außer Acht gelassen habe. Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass alle Anwesenden die bisher vorgesehene ebenerdige Führung der Dresdner Bahn verwerfen,
dass die große Mehrheit es jedoch für sinnvoll hält, unabhängig davon an der Verbesserung der Bahnhofstraße und ihres Umfeldes zu arbeiten.
Als schließlich darüber abgestimmt wurde, ob dieses Leitbild zur weiteren Bearbeitung und Umsetzung an die Bezirksverordnetenversammlung weitergegeben werden sollte, stimmte die Versammlung dem mit einer Gegenstimme zu.
Abschließend dankte Dr. Klotz den Mitarbeitern des Bezirksamtes – unter ihnen Frau Gut von der Abteilung Wirtschaft, Herrn Baustadtrat Krüger, Herrn Kroll als dem Leiter des Planungsamtes, und Herrn Terlinden, dem Leiter der Abteilung Tiefbau – für deren Mitarbeit und Unterstützung. Sie erinnerte daran, dass diese Form der Bürgerbeteiligung auf einen
einstimmigen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung zurückgehe und sprach die Erwartung aus, „dass die BVV auch zusammenhält, wenn es um die Umsetzung des Leitbildes gehen wird“. Die Politik ebenso wie die privaten Eigentümer und die Bürgerinnen und Bürger müssten jetzt die nächsten Schritte gehen und ihren Beitrag dazu leisten.
Schließlich dankte ein Teilnehmer aus der Versammlung den beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bezirksamtes und dem Planungsbüro Kohlbrenner. „Wir haben an einem ermutigenden Vorgang teilgenommen. Gemeinsam  Gemeinsam haben wir in offener Diskussion an einem Leitbild für unseren Stadtteil gearbeitet. Dies kann ein erster Anstoß zur Aufwertung der Bahnhofstraße und ihres Umfeldes werden. Ich achte dies nicht gering. Bürgerbeteiligung ist mühsam, und ist doch am Ende würdiger, effektiver und billiger als Planung hinter verschlossenen Türen. Ich danke allen, die diese Mühe auf sich genommen haben.“

R. Kraft

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