1. Lichtenrader Standortkonferenz

Rege Beteiligung an der ersten Lichtenrader Standortkonferenz

Zukunft der Bahnhofstraße steht zur Ideenfindung bereit

Rund 180 Lichtenrader und Lichtenraderinnen folgten der Einladung der Stadträtin für Stadtentwicklung, Dr. Sibyll Klotz, und kamen zur ersten Standortkonferenz im Gemeindehaus Lichtenrade.

Ziel dieser Konferenz ist, ein Leitbild für den Bereich der Bahnhofstraße zu entwickeln . Dafür stellten sowohl die Planergemeinschaft Kohlbrenner als auch das Dortmunder Büro Junker und Kruse, welches für die Analyse des Einzelhandels in der Bahnhofstraße beauftragt wurde, ihre Analyseergebnisse vor. Elisabeth Kopischke erklärte den Besuchern das Potenzial, dass im Einzelhandel der Bahnhofstraße steckt. „Mit einer Neustrukturierung könnte man die rückläufige Kaufkraft wieder steigern.“ sagt sie. Als Beispiel verglich sie die Bahnhofstraße mit anderen Stadtteilzentren wie der Turmstraße in Berlin Moabit oder Zehlendorf. Dieser Vergleich zeigt deutlich die Steigerungsmöglichkeit. Winfried Pichierri, Projektleiter der Planergemeintschaft, stellte den Besuchern die städtebauliche Situation vor und bezog bei seinen Ausführungen auch den Personenverkehr und das örtliche Einzelhandelsangebot ein. Er sprach über Qualitäten und Probleme der Bahnhofstraße, wie zum Beispiel der eher geringe Leerstand im Vergleich zu anderen Geschäftsstraßen, aber auch, dass das bauliches Potenzial der Straße ungenutzt sei und stellte am Ende verschiedene Punkte vor die anschließend zur Diskussion freigegeben wurden. Unter anderem, ob die Bahnhofstraße zu einer Fußgängerzone werden soll, oder wie man eine Überdimensionierung der Straße durch den Autoverkehr vermeiden kann, aber auch die Sauberkeit im öffentlichen und privaten Raum.

Diese und ähnliche Punkte wurden auch schon bei dem Treffen  der Ökumenischen Umweltgruppe Anfang Oktober diskutiert und in einem Leitbild für die Standortkonferenz festgehalten. Unter dem Motto „Suchet der Stadt Bestes“ wurden Bürgerinnen und Bürger über die momentane Lage der Bahnhofstraße, der Mälzerei und des Hauses Buhr  informiert. Udo Wagner berichtete, dass die Mälzerei momentan im Internet zum Verkauf angeboten werde und der  Verkaufspreis bei 4,2 Mio Euro liege. Als reines Wohngebäude käme die Mälzerei nicht in Frage, da die Wohnungen entweder nur nach Norden oder Süden ausgerichtet wären. „Ein Umbau wäre laut Bebauungsplan nicht möglich.“sagt Wagner.  Der Bezirk könnte sich die Mälzerei aber als Mischbetrieb vorstellen und das wäre auch nach dem Bebauungsplan zulässig.

Was die Bahnhofstraße anbelangt, waren sich alle einig, dass der Verkehr entschleunigt und größere Sicherheit für Fahrradfahrer und Fußgänger geschaffen werden müsse. Als Vorbild könnte die in der Schweiz beliebte Begegnungszone dienen. Diese sind verkehrsberuhigte Bereiche in denen Fußgänger Vortritt gegenüber Fahrzeugen haben.

Eine Information an diesem Abend, erschütterte alle anwesenden, denn Hagen Kliem, Bezirksverordneter der CDU und Vorsitzender der AG Bahnhofstraße, teilte mit, dass es in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt geben werde, zumindest nicht durch die AG Bahnhofstraße. Mittlerweile wurde auf der Internetseite der AG verkündet, dass sie nicht mehr in diesem Bereich tätig sei. „Ich bin wirklich traurig und enttäuscht über die Entwicklung.“ sagt Edith Klatt, Lichtenraderin „Ich habe das Gefühl wir machen einen Schritt zurück anstatt vorwärts.“

Ein weiteres Thema das bei beiden Veranstaltungen für reichlich Aufruhr sorgte, war die ungewisse Planung der Dresdner Bahn. Die Bürgerinitiative Dresdner Bahn teilte mit, dass der Senat die sogenannte Tunnellösung unterstütze, aber die Bahn lehne aber nach wie vor eine Untertunnelung ab und möchte die Strecke ebenerdig durch Lichtenrade führen. Prof. Urs Kohlbrenner, der die Standortkonferenz moderierte, antwortete einem Lichtenrader auf die Aussage, dass wenn die Dresdner Bahn tatsächlich ebenerdig geführt würde, es doch alle diskutierten Themen zunichte mache: „ Die Pläne der Dresdner Bahn dürfen nicht die Planung beziehungsweise Neustrukturierung der Bahnhofstraße beienflussen. Man kann nur ein Konzept erstellen das für verschiedene Szenarien ausgelegt ist und auch für den Worst-Case.“

Ein Konzept solle bis Ende Januar 2013, mit den Bürgern aus Lichtenrade, erarbeitet werden. Dafür wurden während der Konferenz Fragebögen ausgeteilt auf denen man Ideen und Anmerkungen notieren konnte.

Der Fragebogen ist auch Online, auf der Seite www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg abrufbar und man kann ihn noch bis zum 29. Oktober an die Planergemeinschaft schicken. Diese werden dann bis zur nächsten Standortkonferenz ausgewertet und die Ideen werden wieder zur Diskussion stehen. Auf der Internetseite findet man auch die Präsentation von Winfried Pichierri mit detaillierteren Informationen zur städtebaulichen Situation.

Die 2. Standortkonferenz findet am 6. Dezember um 18.30 Uhr im Gemeinschaftshaus Lichtenrade statt.

Weronika Janusz